KARLMANN VON GANIS

Zuletzt aktualisiert am 25.05.2006 durch Andreas Fastrich.

Karlmann von Ganis

unser allseits beliebter Advocatus

Inhaltsverzeichnis dieser Seite

A) Die Persönlichkeit des Karlmann von Ganis

B) Karlmann von Ganis als Bundesritter (nach 70 ÄD)

C) Karlmann von Ganis - Eine Biographie

 

 

 

A) Die Persönlichkeit des Karlmann von Ganis

Inhaltsverzeichnis zur Persönlichkeit

Karlmanns Verhältnis im Allgemeinen zu: - Macht; - Lehnsleuten; - Bevölkerung; - Wirtschaft; - Religion, Göttern & Kirche; - Recht & Gerechtigkeit; - Arturischem; - Drachenbrukk, Ganis, Advocatenamt; - Bundesrittern;

Karlmanns Verhältnis im Besonderen zu: - Hagen vom Loe; - Helior von Stolzenfels; - den Bundesrittern am BranceDance; - der Stadt Dangen; - der Stadt Drachenklamm;

 

 

 

B) Karlmann von Ganis als Bundesritter (nach 70 ÄD)

Inhaltsverzeichnis zum Bundesritter

Die Ereignisse des Jahres 69
Die Ereignisse des Jahres 70
Die Ereignisse des Jahres 71
Die Ereignisse des Jahres 72
Die Ereignisse des Jahres 73
Die Ereignisse des Jahres 74
Die Ereignisse des Jahres 75
Die Ereignisse des Jahres 76
Die Ereignisse des Jahres 77
Die Ereignisse des Jahres 78
Die Ereignisse des Jahres 79
Die Ereignisse des Jahres 80
Die Ereignisse des Jahres 81

Das Jahr 81

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Das Jahr 80

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Das Jahr 79

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Das Jahr 78

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Das Jahr 77

Im April 77 erhoben die Bundesritter der Drachenlilie auf dem Hoftag zu CaerPhyll (in der Instermark) Hagen vom Loe, den Gauritter von Swarzfurt, zum Landvogt von Norgals. Damit drohte Karlmann ein wichtiger Lehnsmann verloren zu gehen. Allerdings wurden dadurch viele Pläne Karlmanns durchkreuzt und der Bundesritter von Ganis mußte neu planen.

Auf dem November Hoftag der Drachenlilie, den Herr Karlmann selbst ausrichtete, verkündete der Bundesritter, daß er gedenke sich dem merowischen König bei dessen Kreuzzug anzuschließen. All so nahm Karlmann von Ganis das Kreuz und gelobte den Ruhm der Drachenlilie und das Ansehen der commilitones draconis unter den Mauern von Julianopolis zu mehren.

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Das Jahr 76

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Das Jahr 75

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Das Jahr 74

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Das Jahr 73

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Das Jahr 72

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Das Jahr 71

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Das Jahr 71 wurde überschattet durch die anhaltende Vakanz des Bundesgutes Drachenfeld, den drohenden Krieg gegen die O'Connels um das Land des Herrn O'Damsha und das zunehmend dreistere Auftreten des Gauritters Thorvald von Falkenstein.
Als im März die Nidderländer - d.s. Gothier, Austrier, Neustrier und Flandrier - schwere Unruhen verbreiten, greift der Bundesritter von Ganis, wie seine Bundesgenossen, hart durch und setzt die Rädelsführer und Handlanger fest, ohne die wirklichen Hintergründe eruieren zu können.
Zu Anfang des Monats Mai
Hagen vom Loe kehrt zurück; siehe DM V zum 2. Juni 71.

Das Jahr 70

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Das Jahr 70 begann mit zahlreichen Treffen, um die Angelegenheiten des Bundes neuzuregeln. Im Februar 70 wird Karlmann von Sint als Bundesritter von Ganis bestätigt. Da damals auch das Bundesgut Dangen verwaist war und die Bundesritter beschlossen hatten, die Zahl der Bundesritter und damit die Zahl der Bundesgüter zu mindern, teilte man das Bundesgut Dangen unter seinen Nachbarn Ganis und Lorien. Damals fügte Karlmann von Ganis seinem Titel die Wendung: "von Dangen auf der Straße und rechts davon hinzu". Das Wappen, das Karlmann von Ganis seit 70 ÄD führt Als einen gewissen Ausgleich mußte er den nördlichen Teil der Straße von Swarzfurt nach Quellfurt an Blackbush abtreten.
Mit dem Abschied des Herrn Mauritius von Pogarell rückte Helior von Stolzenfels in die Position des Advocatus. Dieser gab Karlmann die Ehre sein Praeceptor zu sein.
Der Sommer sieht Karlmann des öfteren im nördlich an Ganis angrenzenden Gebiet der Herrschaft Greifenstolz. Es gelingt dem Bundesritter den Edlen Hagen von Ripshorst und in seinem Sog den Edlen von Lispelfeld durch Vergünstigungen, versteckten Drohungen; aber auch dem Angebot von Schutz - mit Blick auf das vakante Bundesgut Drachenfeld - zu einem Lehnseid zu bewegen. Auf dem Hoftag auf Burg Brell am 27.-29. Oktober 70 stellt Karlmann von Ganis die übrigen Bundesritter vor vollendete Tatsachen, was diese teils empört, teils amüsiert, teilweise aber auch voller Respekt zur Kenntnis nehmen und schließlich gut heißen. Im April 71 einigte Karlmann sich auch mit der neuen Bundesritterin von Drachenfeld, Dora von Hoya, über den Verbleib des Gaues Greifenstolz bei Ganis.
Um seiner Verbundenheit mit der Heptakathedra zu bekunden, gelobte Karlmann dem neugewählten Bischof Calixtus Venerabilis 100 Silberlinge für dessen Reise nach Trapezunt. In jener Zeit bildeten die Herren Bundesritter Angus MacRayyd, Geimhreadh Croi O'Damsha, Karlmann von Ganis, Leonard von Leichenstein und Fergus McKillgain eine Union der Südstraßen. Die Herren verbanden sich um eine weitere Straße - genannt "FinnsRide" - auszubauen, neben der bestehenden Route - genannt "BranceDance" oder auf arturisch "Grendelstraße" - und so den Handel in Drachenbrukk zu fördern.

Das Jahr 69

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Bereits gegen Ende des Jahres 68 war Karlmann "von Sint" von den Bundesrittern zum komissarischen Verwalter eines Teiles des Bundesgutes Dangen eingesetzte worden (näheres siehe unten.) Als solcher befehligte er ein Dangener Aufgebot bei der Sperrung des Drachenbrukk-Passes. Zusammen mit dem Bundesritter Geimhreadh Croi von Arkadia, dem Gauritter Ansgar von Swarzfurt, zgl. Verweser von Ganis, und Dragoslav TarKryllian, dem Verweser des östlichen Teiles von Dangen wies man in den letzten Apriltagen den Angriff des Fürsten Bodo von Seefelden ab. Damals offenbarte Karlmann den Anwesenden - durch Ansgar vom Loe unterstützt und bestätigt - seine Abstammung aus dem Hause der Bundesritter von Ganis und forderte das verwaiste Bundesgut für sich. Durch den Blutzoll der Schlacht beim Drachensee - damals auch Mondsee genannt - am 5. und 6. Mai 69 geschwächt gaben die Bundesritter dem Drängen Ansgars und Karlmanns nach und übertrugen - noch im Mai 69 ÄD - die Herrschaft äber Ganis auf Karlmann von Sint, der sich rasch nach seiner neuen Funktion "von Ganis" nannte. Schon im Juli 69 bewirtete Karlmann den edlen Herrn Helior von Stolzenfels, der auf dem Weg nach Herrenhaven war, und weitere Bundesritter, die sich zum Rate über die entstandene Situation in Ganis trafen. Im August des Jahres griffen Karlmann von Ganis und Geimhreidh Croi von Arkadia als Verbündeten des Angus von Blackbush den Bundesritter von Vilghard an, der sich durch die Einflüsterungen des Thomas O'Connell zum Angriff auf Angus MacRayyd entschlossen hatte. Schließlich floh der von Vilghard nach Inster. Im September 69 ÄD nahm Karlmann von Ganis - oder von Sint, wie er sich immer noch manchmal nannte, - an der Vertreibung des Herzogs von Stierheim teil und besiegte diesen im Verein mit anderen Bundesrittern am 28. September 69 an den Ufern des Forne.

 

 

 

C) Karlmann von Ganis - Eine Biographie

Inhaltsverzeichnis der Biographie

1. Vorbemerkung - Das Haus Ganis
2. Die Grafen von Ganis bis zur Besetzung Drachenbrukks durch die Silberdistel(bis 751/3 AÄ)
3. Das Haus Ganis zur Zeit der Besetzung Drachenbrukks bis zur Gründung der Drachenlilie (751-75 AÄ)
4. Die jüngere Linie des Hauses Ganis (bis zum Geburtsjahr Karlmanns im Jahre 37 ÄD.
5. Die ältere Linie des Hauses Ganis bis zu ihrem Erlöschen im Jahre 50 ÄD.
6. Die sintischen Vorfahren des Karapadme rocmanas, der spätere Herrn Karlmann
7. Das Leben des Karlmann von Ganis in Sint bis zum Jahre 61 ÄD.
8. Das Land Ganis in den Jahren 50-59 ÄD.
9. Die Reise des Hagen vom Loe
10. Die Freundschaft Karlmanns und Hagens in Sint (61-64 ÄD) und die Tragödie des Hauses der Padmanam.
11. Der Rachezug Karlmanns und Hagens in Wagrien (Teil 1: Frühj. 65)
12. Von Kaschtschent nach Smarkant (Rachezug; Teil 2: Sommer/Herbst 65)
13. Von Smarkant nach Arturien (Rachezug; Teil 3: Herbst 65 / Frühjahr 66)
14. Durchs wilde Arturien (Rachezug; Teil 4: Sommer 66)
15. Karlmanns Ankunft in Drachenbrukk (Sommer 68)

 

 

1. Vorbemerkung - Das Haus Ganis

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In der Geschichte des Landes Drachenbrukk bzw. des Herzogtumes Drachenheim erscheint die Sippenbezeichnung "von Ganis" im Zusammenhang mit ganz unterschiedlichen Familien, die von der historischen Forschung getrennt zu behandeln sind, obwohl die Zeitgenossen und die Volkssage - besonders nach dem Erlöschen der Markgrafen von Ganis - diese Unterscheidung nicht aufrecht erhielt.

Wie gesagt kennen wir mehrere Personengruppen die mit "von Ganis" bezeichnet werden. So tritt uns seit der frühesten Geschichte Drachenheims die Markgrafschaft Ganis entgegen und mit ihr der marchio de ganis, markgrave von ganis, margraff of gennis. Seit der Belehnung der Hohengreifen mit dem Hzgtm. Drachenheim (609) tritt davon geschieden ein herre vonn ganis, landsher von ganes auf. Im Dienst des Herzogs steigt dieser Herr von Ganis rasch auf. Wohl als Schirm für das Herzogsgut Greifenstolz gedacht, stärkt der Herzog die Positionen der Herren von Ganis gegen die Markgrafen, ohne daß die Lehnsabhängigkeit ganz erlischt. Doch werden sie schon 630 (Reichstag zu Drachenklamm) als Freiherren von Ganis und über das Loe bezeichnet. In der Belehnungsurkunde Hzg. Friedrichs II. von (Hohengreifen-)Drachenheim (660 AÄ) treten uns die Herren von Ganis erstmals als Grafen von Ganis entgegen. Damals scheinen sie ihre Güter unmittelbar vom Herzog verliehen bekommen zu haben. Gegen Ende des 7. Jh. deutet eine Eheschließung zwischen einer Markgräfin von Ganis und einem Grafensohn von Ganis daraufhin, daß der Ablösungsprozeß der Grafschaft abgeschlossen ist, ja die Bündnisfronten sich verkehrt haben. Finden wir doch die Grafen in den folgenden Jahren als Verbündete der Mkgf.en, die verzweifelt versuchen, die restlichen ihnen verbliebenen Rechtspositionen zu wahren. Als 706 der letzte Markgraf von Ganis der Instrischen Pest zum Opfer fällt, hat er kaum vielmehr als den Titel inne. Die letzten Titel der Markgrafschaft scheinen rasch von den ehemaligen Lehnsmännern usurpiert worden zu sein, ohne daß der Kaiser dagegen einschritt.

Spätere Nennungen eines Markgrafentitels stammen meist aus Fälschungen oder aber zielen in schmeichelnder Absicht auf die Grafen von Ganis. Es scheint jedoch eine kurze Zeit gegeben zu haben, in der die Grafen von Ganis das Erbe der Markgrafen tatsächlich beansprucht haben, vielleicht aufgrund der Ehe mit einer Markgräfin von Ganis. Vielleicht spielte der Gegenkönig Wilhelm von Toxandrien (Ggkg. 727-745) darauf an, als er dem damaligen Grafen von Ganis versprach, "ihm einen Herzenswunsch erfüllen zu wollen und ihn zu erheben", wenn er sich seiner Sache anschließe. Als Ks. Friedrich ein ähnliches Ansinnen vortrug, scheint der Graf dankend abgelehnt zu haben, jedoch ist dies in der Überlieferung nur schwer nachzuverfolgen. Doch scheint der damalige Graf genug politischen Weitsicht gehabt zu haben, daß er erkannte, daß ihm der Titel eines Markgrafen viel Feindschaft und nur wenige tatsächliche Vorteile einbringen würde. Dennoch verwischten sich in Volkssage und in der späteren Geschichtsschreibung die markgräfliche und die Grafenlinie derer von Ganis.

Neben diesen beiden Familien treten die Burgvögte von Ganis, die in der zweiten Hälfte des 8. Jh. der AÄ eine bedeutende Rolle spielen sollten, sowie die Edlen von (Alten-) Ganis, die in der frühen Zeit sich stets de ganis oder vonn ganis nennen. Ihr Verhältnis zu den Grafen von Ganis ist ungeklärt. Daneben sind die verschiedene Ministerialen und Ritterbürtigengeschlechter zu berücksichtigen, die sich nach der Vorburg und dem gleichnamigen Marktort Ganis nennen.

 

 

 

2. Die Grafen von Ganis bis zur Besetzung durch die Silberdistel (bis 751/3)

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Erste Nennung.

Leitnamen: Friedrich (seit 6.. AÄ), Hartnid, Karlmann. weibl.: Gertrud, Radegund, später: Adelheid

Markgrafenehe.

In der Zeit der Kämpfe zwischen Greifen- und Wulfenkönigen nach dem Tode Kaiser Friedrichs II. (+ 731) stabilisierte sich die Lage in Drachenbrukk für kurze Zeit.

 

 

 

3. Das Haus Ganis zur Zeit der Besetzung Drachenbrukks durch die Silberdistel

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Kurz nach der Übernahme Drachenbrukks durch den König von Inster stirbt 751 der alte Graf Karlmann von Ganis. Im Spätsommer 753 wird auch sein einziger Sohn Hartnid von Ganis in der Schlacht vor Drachenkreuz getötet. Der Graf hinterläßt drei Kinder: Hartnid (*741), Adelheid (*744) und Karlmann (*747).

Auch nachdem Hartnid 755 AÄ volljährig geworden ist, halten die instrischen Heere die Grafschaft Ganis besetzt. Prinz Eathelred verurteilt Graf Hartnid 756 als einen Hochverräter und zieht das Land Ganis als erledigtes Lehen ein. In der Folgezeit baut der Prinz Ganis zu einer Hauptstütze seiner Herrschaft in Drachenbrukk aus, kann er doch von hier aus Drachenbrukk (Paß), Dangen und Padys leicht kontrollieren. Graf Hartnid (1) flieht nach Toxandrien, seine Geschwister Adelheid und Karlmann können einem geplanten Mord entgehen und fliehen in den Schutz des Hauses Stolzenfels. Im Jahre 758 kehrt Hartnid von Ganis - damals 17 Jahre alt - heimlich aus seinem Exil zurück. Zusammen mit seiner 14jährigen Schwester Adelheid (Karlmann ist gerade erst 11 Jahre alt) beginnt er eine Fehde zur Durchsetzung seiner Ansprüche auf den Besitz von Ganis. Vielversprechender Auftakt war der erfolgreiche Überfall auf den von Drachenklamm nach Dangen reisenden Prinzen Eathelred, zgl. Prokurator seines Vater in Drachenbrukk. Nach diesem Anfangserfolg führten die Grafen von Ganis von den Drachenbergen und aus den Wäldern von Dangen - daher als Dangener Raids bezeichnet - heraus, einen Kleinkrieg gegen den neuen instrischen Prokurator Durkin O'Kinley (758/63-771). Sie werden dabei - natürlich im Verborgenen - von den jungen Angehörigen der Häuser Dangen, Leichenstein, Drachenfeld und Stolzenfels unterstützt. Im Jahre 763 (nach also fast fünfjährigem Kampf) geht die Schwester zusammen mit dem größten Teil ihrer Anhänger in eine Falle und wird getötet. Ihr Bruder Hartnid (22a) gibt darauf hin den Kampf auf und zieht sich unter falschem Namen nach Stolzenfels zurück. Kurz darauf reist er mit seinem Bruder Karlmann (16a) zurück zu seinen toxandrischen Verbündeten. Im folgenden Jahr lernt Karlmann (17a) einen gewichtigen toxandrischen Kaufherrn (aus Hammaburg, aus der Familie derer beim Flandernthore, - geedelt durch den (Wulfen-)Kg. Frowald) und seine Tochter Diemut (14a) kennen. Karlmann verliebt sich in diese und heiratet sie 765 AÄ.

Bereits im Vorjahr hatte Gf. Hartnid (23a) Dietlind - damals 22 Jahr alt, eine der Töchter des Herrn von Dangen, geheiratet. Für Dietlind war dies bereits die zweite Ehe. Sie brachte in diese Ehe ein Kind aus erster Ehe (mit einem von Leichenstein?) ein. Diese Ehe wird als Anzeichen für die fortbestehenden Kontakte des Grafen von Ganis zur Drachenbrukker Opposition gewertet. In der Folgezeit entwickelte sich die Zuflucht des Grafen Hartnid zum Sammelpunkt der Drachenbrukker Exulanten. Dennoch ist es unwahrscheinlich, daß er großen Einfluß bei der Wahl Heinrichs von Logris zum Bischof 769 entfaltete. Es fällt jedoch auf, daß Graf Hartnid in den folgenden Jahren vermehrt in Drachenfeld verweilt zu haben scheint.

Auch im Herbst 774, also am Vorabend des Aufstandes des Drachenbrukker Adels gegen Clunnagh O'Connell, läßt sich Gf. Hartnid von Ganis in Drachenfeld nachweisen. Welche Verhandlungen damals geführt wurden und mit welchem Ergebnis, ist nicht zu eruieren. Vielleicht wurde bereits damals der spätere Bundesvertrag vorbereitet. Zumindest findet sich in der überlieferten Fassung der Bundesurkunde der Drachenlilie der Name des Hartnid von Ganis - nunmehr, wie alle anderen Bundesschließenden, ohne Grafen oder andere Titel - an prominenter Stelle.

 

 

 

4. Die jüngere Linie des Hauses Ganis (bis zum Geburtsjahr Karlmanns, Jahr 37 ÄD)

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Gf. Karlmann übernahm 767 AÄ im Auftrag der toxandrischen Hanse die militärische Leitung einer Handelsflotte nach Normannien. Durch den Tod des Kontorleiters auf der Anreise fällt Karlmann d.Ä. nach der Ankunft 768 (AÄ; -7 ÄD) die Leitung des Kontors der Toxandrischen Hanse in Normannien zu. In Normannien gebiert Diemut 768 den ältesten Sohn, der nach seinem Vater Karlmann (d.M.) genannt wird. In den folgenden Jahren schafft Karlmann d.Ä. für die Toxandrische Hanse ein Handelsnetz bis hinunter nach Wagrien, von wo aus er Gewürze und Spezereien an die Küsten Kilkanyas und nach Arturien verhandelt. Im Jahre 9 ÄD (783 AÄ) begründet er ein Kontor in der Küstenstadt Smarkant Wagriens.

Im Jahre 12 ÄD (d.i. 786 AÄ) wird Karlmann d.Ä. (39 J.) und seiner Ehewirtin Diemut (36 J.) nach den Kindern Karlmann d.M. (* 768), Hartnid (*771), Radegund (*774), Franzien (*779), Diemut (*782) eine weitere Tochter geboren, die Karlmann d.Ä. nach seiner Schwester Adelheid benennt. Im Jahre 15 ÄD (d.i. 789 AÄ) siedelt Karlmanns d.Ä. (42 J.) nach Smarkant mit seiner Familie, d.h. mit seiner Ehefrau Diemut (39 J.), seinem Sohn Hartnid (18a) und seinen Töchtern Radegund (15a), Franzien (10a) und Adelheid (3a). Die Tochter Diemut war bereits verstorben. Bereits im Jahre 784 AÄ begab sich Karlmann d.M. - damals 16 Jahre alt - zu seinem Onkel Hartnid nach Ganis um seine Ausbildung in ritterlicher Weise zu vollenden.

In den folgenden Jahren machen Hartnid und Radegund bei den wagrischen Klans der Küstenlanden eine Kampfausbildung. Dabei lernt Radegund einen Jüngling des TarKryllian Klans kennen und heiratet diesen im Jahre 18 ÄD (d.i. 792 AÄ). Im darauf folgenden Jahr - also 19 ÄD - stirbt Karlmann d.Ä. im Alter von 46 Jahren. Die Leitung des Kontors übernimmt Diemut (43a). Hartnid (22a) und Radegund (19a) verdingen sich in der folgenden Zeit immer wieder als Geleitschutz für Karawanen durch die wagrische Steppe nach Kaschtschent. Franzien (14a) und Adelheid (6a) leben weiterhin bei ihrer Mutter. Die Pläne Diemuts mit Franzien und Adelheid nach Arturien zurückzukehren, werden durch einen Krieg vor den Küsten Eysters und Normanniens vereitelt, indem auch der Bruder der Diemut Ermanne, der die Leitung des wagrische Kontors übernehmen sollte, umkommt.

Im Jahre 22 ÄD (796 AÄ) wird der Sommersitz der TarKryllians durch den rivalisierenden Klan der TarRubeins (sprich rube'in) überfallen. Diemut, die mit ihren Kindern zu Besuch dort weilte, wird mit ihren Kindern verschleppt. Franzien (17a) wird in die Sklaverei verkauft, während Diemut (46a) und Adelheid (9a) von der überfallenden Sippe in die Steppe verschleppt wird. Hartnid (25a) und Radegund (22a) kehren erst im folgenden Jahr aus Aschkhabad in die Stadt zurück. Sie beginnen unmittelbar danach mit der Suche nach ihren Angehörigen.

Erst nach fast vier Jahren - also im Jahre 26 - gelingt es Radegund (26a) ihre Schwester Adelheid (13a) und ihre Mutter (50a) ausfindig zu machen. Über Hartnid (29a), der die Spur Franziens verfolgt, können derzeit keine definitive Aussagen gemacht werden. Gerade damals hatten die Nomaden beim Überfall auf eine Karawane einen sintischen Jüngling - namens Anandapadma (17a) - gefangen genommen. Adelheid und er verlieben sich ineinander. Da gleichzeitig der Khan der TarRubeins - natürlich ein widerlicher Kerl - ihr nachstellt, bereiteten die drei - Diemut, Adelheid und Anandapadme ihre Flucht vor. Radegund kommt gerade rechtzeitig, um ihre Flucht zu unterstützen. Man durchquert eine Wüste, was die Wagrier von einer weiteren Verfolgung abhält, erreicht eine Stadt in der man Sintische Kaufleute antrifft, die sie mit ihrer Karawane ins Heimatland des Anandapadma bringen.

Im Jahre 27 langten die Flüchtlinge in Sint an. Anandapadma (18a) offenbart hier seine adlige Abstammung. Er geleitet Diemut (51a), Radegund (27a) und Adelheid (14a) an den Hof seines Vaters, eines tapferen, hoch angesehnen, aber politisch nicht besonders bedeutenden Grenzgrafen eines sintischen Königreiches. Anandapadma und Adelheid heiraten. Diemut verbleibt genau wie natürlich auch Adelheid am Hofe des sintischen Adligen, während Radegund zurück nach Wagrien reist, um Hartnid zu suchen und von der glücklichen Entwicklung zu berichten.

In den Jahre 27 - 35 werden Anandapadma (18 - 26a) und Adelheid (14 - 22a) die Eltern von 4 Kinder von denen aber nur Dvaishvas (m, *29), Prati (w, *34) und "Karapadma rocmana" (m, *37) überleben.

Im Jahre 37 als Karlmann, der spätere von Ganis. geboren wird, leben die folgenden Personen seiner Verwandschaft noch:

Großeltern: Vater des Vaters: ?

Mutter des Vaters: Papadmini (dtsch.: Lotusteich)

Vater der Mutter: Karlmann von Ganis +

Mutter der Mutter: Diemut beim Flandernthor 61 J.

Eltern: Vater: Anandapadma (26 J.)

Mutter: Adelheid (22 J.)

Onkel+Tanten:

väterlich: mindestens ein Onkel ca. 32 J.

mütterlich: Karlmann d.M. starb 32 ÄD bei der Einnahme Lasgloes (?).

Hartnid 41a: Verbleib ungeklärt

Radegund: versippt mit TarKryllian, mit Stammsitz nahe Smarkant

Franzien: Verbleib ungeklärt.

Diemut verstarb vor 16 ÄD.

Vettern+Basen:

mütterlich: Karlmann ?

Hartnid ?

Radegund verheiratet: Kinder TarKryllian

Franzien ?

Kinder des Großonkels Hartnid:

Hartnid 46a : verheiratet?, Kinder ?

Karlmann 41a: verheiratet?, Kinder ?

 

 

 

5. Die ältere Linie des Hauses Ganis bis zu ihrem Erlöschen.

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Hartnid von Ganis ist Advocatus der Drachenlilie in den Jahren 19-23 ÄD. Hartnid von Ganis stirbt im Jahre 28 ÄD im Alter von 59 Jahren.

Im Jahre 10 ÄD (d.i. 784 AÄ) kommt Karlmann, Sohn Karlmanns, - damals 16 Jahre alt - zu seinem Onkel Hartnid nach Ganis um seine Ausbildung zum Ritter in arturischer Weise zu vollenden, ob aus eigenem Antrieb oder ob er von seinem Onkel geholt wurde kann letztendlich nicht gesagt werden. Auf jeden Fall nahm Hartnid seinen Neffen gleich einem Sohn auf. Denn Karlmann, Karlmanns Sohn, urkundet in den Jahren (11ff.) gleichberechtigt neben dem Onkel und seinen beiden Vettern Hartnid und Karlmann, Hartnids Söhnen.

Während des 2. Silberdistelkrieges (25-33 ÄD) stirbt Karlmann von Ganis am 25. Mai 28 ÄD in einer Schlacht, in der auch die Bundesritterin Hedwig von Drachenfeld fällt. Auf Karlmann folgt sein Sohn Hartnid als Bundesritter von Ganis nach. Auch der Vetter der Hartnidssöhne, Karlmann, stirbt gegen Ende dieses Krieges bei der Belagerung Lasgloes durch die Bundesritterschaft. Dennoch kommt ihm eine entscheidende Rolle beim Übergang von der älteren zur jüngeren Linie der BR von Ganis zu. Denn durch seine Anwesenheit gelangte das Wissen, um einen "wagrischen" Zweig derer von Ganis nach Drachenbrukk.

In den Jahren 44-50 ÄD bekleidete Hartnid von Ganis das Amt des Bundesadvocates. So führte er die Bundesritterschaft auch in den Krieg gegen die Ritterorden (45-51 ÄD). Er fiel im März 50 in der Schlacht von Lohenkreuz. Damit erlosch das Haus von Ganis erneut in Drachenbrukk. Der Verbleib des jüngeren Bruders Hartnids, Karlmann, ist unbekannt. Neben Anhaltspunkten er sei ins Heilige Land gegangen und habe im Krieg gegen die Ritterorden in den Reihen des Arturischen Ordens gekämpft, halten sich auch Vermutungen, daß in Wahrheit der Hartnidssohn vor Lasgloe seinen Tod fand, während der "wagrische" Karlmann nach Toxandrien reiste und dort eine Karriere in den Reihen der Kämpfer für die Toxandrischen Hanse begann. Doch konnte dies noch nicht endgültig geklärt werden.

Es hielten sich aber Gerüchte, es gäbe weitere erbberechtigte Nachfahren der Herren von Ganis, und so übernahmen die Burggrafen von Ganis das Land zunächst nur stellvertretend und mit Zustimmung der Gauritter von Swarzfurt, die Herrschaft über das Land Ganis.

 

 

 

6. Die sintischen Vorfahren des Karapadme rocmanas des späteren Herrn Karlmann von Ganis.

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Geboren wurde Karlmann im Jahre 37 ÄD. Er war der jüngster Sohn, einer gewissen Adelheid, der jüngsten Tochter des Herrn Karlmann, Sohn des Herrn Hartnid der als letzter aus dem Hause Ganis den Titel eines Grafen von Ganis trug und der Diemut, Edlen beim Flandernthor. Väterlicherseits stammte Karlmann durch Anandapadma von einem sintischen Grenzgrafen Geschlecht ab. Sein Ururgroßvater wurde mit der Verwaltung und Verteidigung einer einzigen Grenzfeste betraut. An seinen Sohn - Karlmanns Urgroßvater - übergab dieser bereits einen ganzen Grenzabschnitt mit mehreren festen Plätzen. Dieser Urgroßvater ging auch an den Aufbau einer funktionierenden Handelsstadt als Zentrum seines Herrschaftsbereich. Erst dem Großvater aber gelang die Anerkennung einer eigenen Gerichtshoheit im Grenzbereich und eine Ausgliederung aus der rein militärischen Struktur des Königreiches. Der Großvater führte in der Folge eher Kämpfe gegen Neider innerhalb des Königreiches, als daß er sein Herrschaftsgebiet ausweitete. Sein Sohn Anandapadme wurde dann von wagrischen Kriegern gefangengenommen, als dieser nach Kaschtschent reiste.

Nach seiner Rückkehr und der Heirat mit der Arturierin Diemut übernahm Anandapadme die gefestigte Herrschaft von seinem Vater. In den folgenden Jahren schuf er durch ein System der Zusammenarbeit mit den seinem Herrschaftsgebiet vorgelagerten Wagrierklans ein befriedetes Vorfeld, daß den Reichtum seiner Provinz, aber auch die Neider im Innern vermehrten.

 

 

 

7. Das Leben des Karlmann von Ganis in Sint bis zum Jahre 61.

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Nach seiner Geburt erfuhr Karapadme die für einen sintischen Prinzen übliche Ausbildung, zwar stets im Schatten seines sechs Jahre älteren Bruders, aber dennoch in vollem Umfang. Seine Mutter und seine Großmutter erzählten ihm zwar durchaus von dem Lande Ganis und seinen Verwandten dort, doch nahm er dies eher als Ammenmärchen und phantastischen Geschichten aus dem wilden Norden wahr.

Während seiner Kindheit mußten seine Großmutter Diemut und seine Tante Radegund ihm immer wieder die Geschichten über die Herkunft seiner Großmutter aus einem patrizischen Geschlechte Toxandriens erzählen. Besonders faszinierte den jungen Karlmann aber, von seinem Urgroßvater Hartnid und von seinem Großvater zu hören, denn dieser hieß gleich ihm Karlmann und sein Leben schien einem Abenteuer zu gleichen. Diese Hartnid und Karlmann nämlich stammten aus einem Geschlecht, daß seit Urzeiten das Reich Ganiyah (sprich: Ganijach oder Ganijas (je nach Umfeld)) im Lande Gaddlas beherrschte. Sie waren die rechte Hand des Kayaseris, eines Königs von Königen oder Maharadscha, und niemandem sonst zu Dienst verpflichtet.

Als sein Großvater noch ein Kind war, starb dessen Vater und ließ ihn und seine beiden älteren Geschwister als Waisen zurück. Diese Schwäche nutzten mißgünstige Nachbarn und fielen über das Land Gaddlas her und eroberten auch Ganiyah. Die wahren Erben flohen außer Landes und fanden Zuflucht bei Verwandten in einem Ort der Fels des Stolzes genannt wurde. Hier wuchsen die beiden heran und als sie fähig waren eine Waffe zu führen, sammelten sie Krieger um sich und versuchten das Reich Ganiyas zurückzuerobern. Aber der Feind war letztlich stärker. Adelheid wurde in eine Falle gelockt und getötet. Karlmann und sein älterer Bruder Hartnid entkam nur knapp den Häschern. Wieder flohen sie nach dem Felsen des Stolzes; doch die Feinde setzten ihnen nach und sie flohen außer Landes. Hier lernte der Großvater Karlmanns Großmutter Diemut kennen und entbrannte in Liebe zu ihr. So beschloß er das Land Gaddlas zu verlassen und sein Glück an einem anderen Orte zu suchen.

Vom Jahre 47 ÄD bis 53 ÄD hielt Karlmann d.J. sich (als Geisel?) zur weiteren Ausbildung am Hofe des Rajas auf. Bereits seit 51 ÄD mit dem sintischen Mädchen Mithramani (Edelstein des Mithra) verlobt, heiratete er diese 53 ÄD und kehrte an den Hof seines Vaters zurück. Ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr wurde ihm der Befehl über eine Grenzfeste - an der Seite eines erfahrenen Kriegerführers - übertragen.

54-56 ÄD. - Vereinzelte Raids gegen räuberische Wagrierklans, die zunehmend schwieriger wurden, da sich eine weitgespannte Klanallianz im Grenzland ausbildete. In den Jahren 57ff. tobte ein hartnäckiger Kleinkrieg zwischen der wagrischen Klankoalition und dem Grenzgrafen Anandapadme und seinen Söhnen. Permanente Überfälle wechselten mit überraschenden Vorstößen und groß angelegten Heereszüge. Während des Krieges schloßen sich einige der Klans, die mit Anandapadmes Vater verbündet gewesen waren, der gegnerischen Allianz an. Im Jahre 59 führten die Wagrier sogar über Monate hinweg eine Belagerung des Hauptortes Padmapore durch. Frühe und außergewöhnlich heftige Regenfälle vernichteten das Lager und die Krieger der Wagrier. Als die Sinter nach der Regenzeit die Kämpfe wieder aufnehmen wollte, war die Klankoalition zerbrochen. Die Wagrier zahlten dem Anandapadme Tribut und die Grenzklans baten, um Wiederaufnahme der freundschaftlichen Beziehungen.

Im Jahre 61 tritt der arturische Ritter Hagen vom Loe in das Leben Karapadmes und bestimmt mit seinen Auskünften das zukünftige Leben des Sinters. Daher als nächstes ein kurzer Exkurs darüber, was Hagen vom Loe dazu brachte nach Sint zu reisen.

 

 

 

8. Das Land Ganis in den Jahren 50-59 ÄD

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Als Bundesritter Hartnid von Ganis im März 50 ÄD in der Schlacht bei Lohenkreuz erschlagen wurde, übernahm Mhrenleth, der Burgvogt von Ganis, die Verweserschaft über das Land Ganis. An seiner Seite befand sich - zunächst als eher gleichwertiger Partner - der wesentlich ältere Gauritter von Swarzfurt namens Ansgar vom Loe. Das Gleichgewicht wurde gestört, als der alte Burgvogt von Ganis im Jahre 58 ÄD starb und sein Neffe Grifleth die Herrschaft übernahm. Dieser Sohn gerierte sich zunehmend als eigentlicher Landesherr von Ganis und bezeichnete sich später offen als Bundesritter. Gauritter Ansgar von Swarzfurt leistete zwar hinhaltenden Widerstand beim Aufstieg des Burgvogtes zum Bundesritter, arrangierte sich aber zähneknirschend mit den Machtverhältnisse. In seinen Kindern, Ansgar, Sigismund und Hagen, hielt er aber die Erinnerung an die fragliche Rechtsbasis der Herrschaft des Burgvogtes und die Existenz von den wahren Erben der Herren von Ganis wach. Hagen vom Loe, der als dritter Sohn Ansgars, keine Aussicht auf die Nachfolge seines Vaters sah, machte es sich selbst zur Aufgabe einen derartigen Ganiserben zu finden.

Noch im Jahre 58 begab sich Hagen nach Toxandrien um erste Nachforschungen anzustellen. Im Frühjahr 59 verabschiedete er sich von seiner Familie und begab sich als Kampfbegleitung an Bord eines südwärtsfahrenden Hanseschiffes.

 

 

 

9. Die Reise des Hagen vom Loe

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Mehrmals die Schiffe wechselnd, erreichte der Loer zur Jahreswende 59/60 ÄD die wagrische Hafenstadt Smarkant. Hier mühte sich Hagen die erkaltete Spur der Nachfahren des ausgewanderten Karlmann aufzuspüren. Seine hartnäckigen Nachforschungen erregten die Aufmerksamkeit der nun schon fast 60jährigen Radegund TarKryllian. Sie setzte sich mit ihm in Verbindung und erzählte Hagen von ihrer jüngeren Schwester Adelheid und deren Kindern im fernen Sint. Nachdem der fahrende Ritter sich entschlossen zeigte, diese Spur zu verfolgen, vermittelte Radegund ihm eine Passage als Eskorte einer Handelskarawane. Als Hagen vom Loe die Stadt Padmapore im Frühjahr 61 erreichte, erlangte er keinen Zugang zum Hof des Grenzgrafen Anandapadme. Seine Versuche sich der Garde anzudienen scheiterten. Er verdingte sich als Leibwächter eines kitaischen (serischen?) Handelsherren, dabei stets bemüht die Aufmerksamkeit der Fürstenfamilie zu erregen.

Seine Beharrlichkeit zeigte schließlich Erfolg, als er dem jüngsten Sohn der Adelheid bei einer Jagd das Leben rettete, welches durch einen "riesengroßen" Keiler bedroht wurde. Durch diese Tat wurde eine lang währende Freundschaft begründet.

 

 

 

10. Die Freundschaft Karlmanns und Hagens in Sint (61-64) und die Tragödie des Hauses der Padmanam

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Nachdem Hagen Karapadme das Leben gerettet hatte, wurde er von dem Anandapadmesohn gleich einem weiteren Bruder aufgenommen. In den folgenden Jahren lebte er im fürstlichen Haushalt und gewann das volle Vertrauen seines Gastgebers.

Platz für einige Anekdoten:

- Gemeinsames Mahl.

- Serische (?) Gemahlin des Hagen - weiteres ?

Schon nach kurzer Zeit offenbarte Hagen seine Herkunft aus Drachenbrukk und drängte Karapadme - oder Karlmann, wie er von Hagen auch genannt wurde - mit ihm nach Norden zu reisen und sein Erbe in Ganis anzutreten. Unterstützung fand Hagen dabei bei Karlmanns Mutter Adelheid, die dessen Erzählungen nicht nur bestätigte - soweit sie dies konnte - sondern ihren jüngeren Sohn drängte, sein Glück in der Fremde zu versuchen, da sie nach dem Tod ihres Mannes eine verhängnisvolle Rivalität zwischen ihren Söhnen Dvaishvas und Karapadme befürchtete. Doch Karapadme (Karlmann) zeigte sich von einer Reise in ein fabulöses Königreich Arturien wenig begeistert und vielleicht wären er und Hagen für den Rest ihres Lebens in Sint geblieben, hätte nicht eine furchtbare Tragödie die Familie der Padmanam getroffen.

Im Herbst 63 ÄD reisen Karapadme und Hagen begleitet von einem beachtlichen Aufgebot sintischen Krieger Anandapadmes und mehreren Zehntschaften wagrischer Reiter an den Hof des neuen Rajas. Dieser hatte dieses Kontingent angefordert, da ein benachbarter Herrscher mit einem Angriff gedroht hatte. Während des ganzen Jahres kämpften die Kschatriyas der Padmanam im Dienste ihres Königs. Zu Beginn des Jahres 65 kehrten die erschöpften Krieger in das wagrische Grenzgebiet zurück. Hier fanden sie die Bevölkerung Padmapores in Trauer vor. Wenige Tage zuvor war der Grenzgraf mit seiner Familie zu einer Vergnügungsfahrt in die Umgebung der Stadt aufgebrochen. Als man lagerte, überfiel eine Gruppe (von 17) wagrischer Abenteurern die sintische Reisegesellschaft und tötete alle, nicht nur Anadapadme, seinen Sohn Dvaishvas und die männlichen Krieger und Diener des Hofstaates sondern auch die Frauen, darunter Mithramani, die Ehefrau Karapadmes, und seine heranwachsenden Kinder und die serische Gattin Hagens (und dessen Kind?).

Allein Adelheid, Karapadmes Mutter, überlebte das Massaker, da sie erkrankt und deshalb in Padmapore zurückgeblieben war. Auf ihre Hilferufe hin eilte ihr Schwiegersohn, Fürst Sukhapatrah (Sukhapa:trach, Glücksgefäß), der Ehemann von Karapadmes Schwester Pratibhaya ("gegen die Furcht"), nach Padmapore. Hier traf er mit seinem Schwager zusammen. Man beriet über das, was zu tuen war. Zwar fiel Karapadme zweifellos die Herrschaft seines Vaters zu, doch weigerte er sich die Regierung zu übernehmen, bevor der Mord an seiner Gemahlin nicht gerächt war. So bat er zunächst Sukhapatrah die Herrschaft an der Seite seiner Mutter über die Grenzgrafschaft zu übernehmen. Er selbst widmete sein Leben der Blutrache.

 

 

 

11. Der Rachezug Karlmanns und Hagens in Wagrien (Teil 1: Frühj. 65)

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Gegenüber seinem Gott Mithra schwor Karapadme, dann einen Eid, nicht eher zu ruhen, bevor nicht alle am Mord an seiner Familie beteiligten, ihr Leben ausgehaucht hatten. Diesem Schwur schloß sich sein Freund Hagen und vier weitere Gefährten - drei Sinter und ein Wagrier -, die gleichfalls geliebte Personen verloren hatten, an. Der Schwurgott Mithra zeigte den Rachgierigen seine Gunst bereits am folgenden Tag. Boten von einem der verbündeten Wagrierklans kamen nämlich nach Padmapore geritten und berichteten, daß sie zwei Wagrier gefangen genommen hätten, die Gegenstände bei sich getragen hätten, die Fürst Anandapadme gehörten. Sofort brach Karapadme mit seinen Schwurgenossen, zehn Kschatriyas und an die zwanzig Wagriern zum Kral der Wagrier auf.

Man verhörte die gefangenen Wagrier und erfuhr so, daß ein sintischer Fürst hinter dem Anschlag auf die Padmanam steckte. Dieser hatte vor einigen Jahren gegen Anadapadme eine Intrige am Hofe des Rajas gewoben. Anandapadme konnte das Gespinst der Lügen auflösen, und der Urheber der Intrige wurde vom Hof des Rajas verbannt. Seit jener Zeit lebte dieser Sinter mit einem treuen Gefährten im Wagrischen Exil, von Klan zu Klan ziehend, stets auf der Suche nach Verbündeten, die ihm wieder zu Macht und Ansehen verhelfen könnte. Schließlich sammelte er eine Schar von Abenteurern, Ausgestoßenen und Kopfgeldjägern, um sich, die ihm helfen sollten seinen alten Feind Anandapadme und seine Familie auszulöschen.

Diese Gruppe setzte sich aus dem "Fürsten", seinem "Diener", einem "anderen Sinter", zwölf Wagriern und zwei "Nordleuten" zusammen. Bei dem Überfall fielen sieben Wagrier (Rest 10). Der "Fürst" tötete Anadapadme eigenhändig, während die beiden Nordleute ihn festhielten, (was die Wagrier zu tun abgelehnt hatten.) Dvaishvas starb im Kampf. Die Frauen der Padmanamgebrüder wurden aber von den "Nordleuten" und dem 'anderen Sinter' geschändet und zu Tode gequält, einige schleppten die Wagrier mit sich. Der "Fürst", der nach Ansicht der beiden Gefangenen verrückt geworden war, wollte die Beute des Überfalls zur Anwerbung von Truppen verwenden, um seine verlorene Herrschaft zurückzuerobern. Die beiden Gefangenen hielten dies für unsinnig, "sicherten" sich ihren Beuteanteil und verließen bei Nacht das Lager. Der Zufall wollte es, daß sie mit einer Gruppe jener Wagrier, deren Gefangene sie jetzt waren, zusammentrafen. Diese erkannten einige Gegenstände, als die ihres sintischen Verbündeten und nahmen beide gefangen. In der Hoffnung dadurch von Karapadme Gnade zu erlangen, offenbarten die gefangenen Wagrier die Namen ihrer Kumpane und verrieten auch deren letzten Lagerplatz und ihre Kenntnis weiterer Pläne.

Damit die Bevölkerung Padmapores von der hohen Gerechtigkeit des Gottes Mithra erfuhr, sandte er diese beiden in seine Heimatstadt, wo Sukhapatrah Gericht über sie hielt und verurteilte. Beide wurde von Elefanten zu Tode geschleift. (Noch 8)

Karapadme, Hagen, ihre vier Schwurgenossen und ihre Kampfbegleiter setzten den Mördern sofort nach. Als sie den bezeichneten Lagerplatz erreichten, erwartete sie ein grausiges Bild. Zwischen den erkalteten Feuern fanden sie zwei Frauenleichen, beide mit Spuren der Mißhandlung und der Folter, die eine starb von eigener Hand, die andere von fremder, ob durch ihre Folterer oder durch ihre Leidensgefährtin war nicht zu klären. Ihre Entführer hatten sich nicht einmal die Zeit genommen, den Leichen eine letzte Ehre zu erweisen. Die Verfolger übernahmen diese Pflicht gerne, trauerten um diese ihnen nicht unbekannten Frauen und verbrannten ihre Leichen, wie es Sitte ist in Sint.

Erst am folgenden Tag setzten sie dem "Fürsten" und seinen sieben Begleitern nach. Sie holten sie an den Weideplätzen der TarBorynn ein. Hier versuchte der "Fürst" Krieger für seine Streitmacht anzuwerben. Er hatte wohl auch schon einige junge Krieger für seine Idee begeistern können, als Karapadme und Hagen mit ihren Gefährten im Kral der TarBorynn eintrafen. Als diese von dem feigen und ehrlosen Überfall berichteten und dem schändlichen Verhalten gegenüber ihren Gefangenen berichteten, da wandelte sich die Zustimmung der Wagrier in Ablehnung - nur das Gastrecht schützte den "Fürsten" und seine Begleiter.

Die TarBorynn achteten genau darauf, daß die verfeindeten Gruppen in ihrem Lager getrennt blieben. Dennoch ergab sich für Karapadme, Hagen und ihre Schwurgenossen die Gelegenheit, die Opfer ihres Blutschwurs von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Während der "Fürst" und seine Begleiter noch in der Morgendämmerung aufbrachen, von einigen abenteuerlustigen TarBorynns begleitet, ließen sich Karapadme und seine Begleiter sich Zeit und genossen ein ausgiebiges Mahl im Kral des Klans. Erst nach einigen Stunden begannen sie die Verfolgung, vermuteten sie doch, daß der "Fürst" ihnen einen Fallen stellen würde, bot sich diesem doch nun die Möglichkeit auch den letzten Sohn des Anandapadme zu töten.

In der Tat entdeckten die Späher der Sinter schon bald eine Stelle, die für eine Falle überaus geeignet war. Nachdem man während der Mittagshitze eine Pause gemacht hatte, umging man die wartenden Fallensteller und griff sie aus ihrem Rücken an. Die Überraschung gelang nur zum Teil. Nach kurzem Kampf mußte man feststellen, daß der "Fürst" mit sechs Begleitern geflohen war. Einer der der Rache verfallenen Wagrier starb. Diejenigen aus dem Klan der TarBorynn, die den Kampf überlebten - und das waren fast alle -, schickte Karapadme zurück zu den ihren, verbunden mit der Mahnung, sie sollten sich ihre Verbündeten demnächst besser auszusuchen. Einige TarBorynns baten darum die Verfolgung als Fährtensucher mit machen zu dürfen. Dabei trieb sie keine höheres Motiv als die Abenteuerlust (oder doch ein gewisser Zorn über das Verhalten des "Fürsten", der die TarCorynns als ‚Kanonenfutter' mißbraucht hatte, und sich selbst in Sicherheit brachte als es brennzlig wurde), dennoch gab Karapadme ihrem Wunsch nach.

Damit begann eine lange Zeit der Verfolgung. Der Abstand betrug zunächst nur wenige Stunden, wuchs nach und nach allerdings auf fast zwölf Stunden an. Immer weiter führte die Fährte ins innere Wagriens. Bald kannten auch die TarBorynns sich nicht mehr aus. Die Versorgung der mit reitenden sintischen Krieger wurde mehr und mehr problematisch, auch wuchs die Entfernung zur Grenzgrafschaft und so berieten sich Karapadme und Hagen. Sie beschlossen, die Sintischen Krieger bald möglichst zu entlassen und nach Hause zu schicken. Diese Entscheidung wurde ihnen dadurch erleichtert, daß sie am folgenden Tag die Leichen von drei der Verfolgten fanden. Es war anscheinend zu einem Kampf innerhalb der Gruppe gekommen. Die Sinter fanden drei Leichen, zwei waren Wagrier und der dritte war der "Diener". Damit waren alle wagrischen Begleiter des "Fürsten" tot und er wurde nur noch von dem "anderen Sinter" und den beiden "Nordleuten" begleitet. Nun entließ Karapadme seine sintische Begleitung und schickte sie mit den wagrischen Reitern und den TarBorynns zurück nach Hause.

 

 

 

12. Von Kaschtschent nach Smarkant (Rachezug; Teil 2: Sommer/Herbst 65)

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Karapadme, Hagen und die Schwurgenossen aber setzten ihren Rachezug unbarmherzig fort. Allerdings gelang es den Verfolgten Kaschtschent zu erreichen und in der Stadt unterzutauchen. Es gelang den Verfolgern zwar die Unterkunft der Fliehenden festzustellen, aber als Hagen einen der "Nordleute" in einer Schenke traf, konnte er es nicht unterlassen, diesen zum Duell zu fordern. Zwar erfuhr er dessen Namen und Herkunft - er war ein Flandrier namens Otwart van Boswijk - vor dem Duell. Aber als er seinen Gegner niedergerungen hatte und ihm den Todesstoß versetzen wollte, griff die Stadtwache ein und setzte Hagen fest, ohne daß er sich rechtfertigen konnte.

Der Fürst und seine Begleiter setzten ihre Flucht schnellstmöglich vor, indem sie mit einer der nächsten nordwärts gehenden Karawanen aufbrachen. Bevor die Sinter folgen konnten, mußte Karapadme einen beträchtlichen Teil seiner geschrumpften Geldmittel benutzen, um Hagen auszulösen. Dies aber führte dazu, daß sie entdeckten, daß der "andere Sinter" sich von den drei anderen Verfolgten getrennt hatte und versuchte mit einer anderen Karawane die Stadt zu verlassen. Karapadme und seine Getreuen setzten diesem nach und holten die Karawane nach zwei Tagen ein. Alles Zetern und Winseln half dem "anderen Sinter" nichts. Die Rächer holten ihn aus der Karawane und nach einigen Verhandlungen mit der Karawanenführung lieferten die Händler den "anderen Sinter" aus und man vollzog die geschworene Rache an ihm.

Die Sinter kehrten nach Kaschtschent zurück und setzten sich dann auf die erkaltende Fährte des "Fürsten", des Flandriers und des anderen "Nordmanns" - eines Arturiers, wie sie inzwischen erfahren hatten. Karapadme, Hagen und seine Begleiter verdingten sich als Wache für eine Karawane und folgten den Fliehenden, die schon gut eine Woche Vorsprung hatten, nach Smarkant. In jeder Karawanserei, bei jedem Halt forschten sie nach, ob die Gesuchten noch bei der Reisegemeinschaft waren. Dieses Verhalten wurden ihnen beinahe zum Verhängnis, denn in einer Karawanserei wartete ein gedungener Meuchler auf sie, dem auch zwei ihrer Begleiter zum Opfer fielen.

Nur noch zu viert, ließen sie in der Folge mehr Vorsicht walten. Ohne nennenswerte Zwischenfälle erreichten sie die wagrische Hafenstadt Smarkant im (Septem)Oktober 65 ÄD. Nur um zu erfahren, daß sich die Verfolgten getrennt hatten. Der Flandrier und der Arturier hatten ein normannisches Handelsschiff bestiegen, während der "Fürst" versuchte ins Tausend-Insel-Reich zu fliehen. Auf Anraten Hagens setzte sich Karapadme mit dem Klan der TarKryllians in Verbindung. Hier bekommt Karapadme erstmals eine Bestätigung für die Erzählungen Hagens und seiner Mutter, Adelheid, über seine Verbindung mit einem fernen Ländchen namens Ganis. Dies nahm Karapadme aber eher am Rande zur Kenntnis. Seine Aufmerksamkeit wurde viel mehr durch eine Gruppe von "Schiffsbrüchigen" erweckt, unter denen er vermeinte den "Fürsten" erkannt zu haben. Eine Beratung mit seinen Gefährten ergab, daß sie mit Karapadmes Meinung übereinstimmten und obwohl der "Fürst" seine Identität leugnete und versuchte zu verbergen, entdeckten sie unter den Gegenständen, die er bei sich führte, einiges was Anandapadma gehört hatte, unter anderem auch Siegel und Petschaft der Grenzgrafschaft. Die Beteuerungen des "Fürsten", er habe diese Dinge in Smarkant erworben, fanden keinen Glauben. Doch bestanden die Wagrier auf einen Zweikampf zwischen Kläger und Beklagten, damit die Götter diesen Fall entscheiden konnten. Karapadme nahm dies auf sich und Mithra streckte den "Fürsten" durch seine Hand nieder.

Danach verblieben nur noch der Flandrier und der Arturier als Ziele ihrer Rache übrig. Die TarKryllians boten ihnen eine Passage auf ihren Schiffen an, verwiesen sie jedoch für verbindliche Zusagen an ihre Klansälteste in Smarkant. Zum großen erstaunen Hagens handelte sich dabei um die nun bereits 66jährige Radegund, in der Karapadme nur mit Mühe seine Tante erkannte. Zum Erstaunen Hagens war sie umgeben von ihren Kindern und Enkeln. Seine Verbitterung darüber, daß er ihr diese Erben des Landes Ganis verborgen hatte, schlug in Freude um, als ihm bewußt wurde, daß er dann niemals Karapadme und seine geliebte Gemahlin - wie hieß sie gleich - kennen gelernt hätte. Aber schon stieg die Trauer über ihren zu frühen Tod in ihm auf, nur um sogleich von dem Verlangen nach Rache verdrängt zu werden.

Radegund entschuldigte ihr damaliges Verhalten gegenüber Hagen, sie habe nicht gewußt wie ernst es ihm sei, und ihn für einen mittellosen Abenteurer gehalten, der sein zweifelhaftes Wissen in Geld ummünzen wollte. Inzwischen habe sie Erkundigungen eingezogen, die seine damaligen Angaben bestätigten. Sie habe außerdem auch schlechte Nachrichten für Hagen: sein Bruder Ansgar sei tot (oder erst später?), Grifleth sei in Drachenbrukk als Bundesritter anerkannt. Sein Vater lebe wohl noch, habe aber resigniert. Sein Bruder Sigismund habe bereits vor längerer Zeit die religiöse Laufbahn eingeschlagen, stütze seine Vater aber, wo er könne.

Radegund stellte, z.T. wohl aufgrund ihres schlechten Gewissens, ihrem Neffen, der sich von diesem Tag an Karlmann von Sint nennen ließ, und seinem Begleiter Hagen vom Loe ein Schiff zur Verfügung. Nur mit Mühe konnten Hagen und Karlmann ihre beiden anderen Begleiter dazu bewegen umzukehren. Karapadme beauftragte den Sinter und den Wagriern damit Siegel und Petschaft der Padmanam und eine Nachrichten an seine Mutter zu überbringen. Dies bewegte sie, die Rückreise anzutreten, während Karlmann von Sint und Hagen vom Loe das wagrische Schiff der TarKryllians bestiegen und nach Normannien aufbrachen. Otwart van Boswijk, der Flandrier, und Urs von Bleechtal, der Arturier, hatten da schon einen Vorsprung von mehreren Wochen.

 

 

 

13. Von Smarkant nach Arturien (Rachezug; Teil 3: Herbst 65 / Frühjahr 66)

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Das Wappen, das Karlmann bei seiner Reise durch Normannien, Kilkanien und Arturien führte

Obwohl Karlmann und Hagen das beste Schiff der TarKryllians benutzen durften, vergrößerte sich der Abstand der Verfolgten, mühten Karlmann und Hagen sich doch zu erkennen, ob Otwart und Urs den Seeweg verlassen hatten. Aber alles was sie bemerkten, war eine zunehmende Sorglosigkeit der Verfolgten. So ging es vorbei am Küstengebiet der TarRynchis und den unzivilisierten Gebieten des Großen Sumpflandes. In Normannien hatten Hagen und Karlmann große Mühe ihre Schiffsbesatzung aus den Händeln der normannischen Grafen herauszuhalten.

Danach segelte man die Highländische und Lowländische Küste entlang. (Vielleicht irgendwo eine Flaute?) Karlmann nutzte die Zeit um Arturisch und Loe zu lernen. Seine Kenntnisse des Wagrischen waren bereits recht gut, - auch wenn der Dialekt am sintischen Grenzsaum ein andere war als im wagrischen Küstenbereich. Seine Kenntnisse des Normannischen und Kilkanischen blieben weniger als rudimentär. In den kilkanischen Häfen erfuhren Karlmann und Hagen, daß das Ziel ihrer Verfolger wohl Hammaburg in Toxandrien war.

Bei Lasgloe verließ man daher, wohl zum Kummer Hagens, die Küste und steuerte auf die offene See hinaus, wie die Wagrier sagten, um den Beutelschneidern in Drachenbrukk zu entgehen. In letzter Minute fand Hagen einen Boten, den er beauftragte seinem Vater Gauritter Ansgar von Swarzfurt eine Nachricht zu überbringen. Darin berichtete er über seine derzeitige Lage und auch, daß er einen Erben von Ganis aufgespürt habe, aber jetzt nicht in der Lage sei, diesen nach Ganis zu bingen, Für Karlmann folgte nun wohl die schlimmste Zeit in seinem Leben, der nun nach Monaten des Aufenthalts auf See, mit großer Vehemenz von der Seekrankheit ergriffen wurde. Dennoch stand er die Reise durch bis man bei ........ die arturische Küste erreichte.

 

 

 

14. Durchs wilde Arturien (Rachezug; Teil 4: Sommer 66)

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In Hammaburg nahmen Hagen und Karlmann die Spur ihrer Beute wieder auf. Noch einmal konnte Hagen seinem Freund Karlmann behilflich sein, indem er ihm Kontakte zur toxandrischen Hanse vermittelte. Dann mußten die beiden sich trennen, denn während Otwart von Boswijk nach Flandrien gereist war, hatte sich Urs von Bleechtal ins Binnenland gewandt.

Hartnäckig blieb Karlmann dem Mörder seiner Frau Mithramani auf den Fersen; auch wenn dieser nun fast zwei Monate Vorsprung hatte. Karlmann, der nurmehr geringe Geldmittel besaß, verdingte sich als Geleitschutz für Handelsherren und deren Güter und lernte die arturischen Sitten und Gebräuche kennen. Im Herzogtum ..... im Norden Hohenfurths verliebte sich eine verwitwete Gräfin in den sintischen Edlen. Für eine kurze Zeit des Liebesrausches vergaß der von Sint seine Rache, bis seine verstorbene Gemahlin ihn in einem Traum ermahnte nicht länger zu rasten, sondern seinen Schwur zu vollenden. Die Gräfin ließ ihren Liebsten nur ungern ziehen, doch rüstete sie ihn schließlich sogar mit arturischen Waffen und einem Pferd aus, ja gab ihm sogar vier ihrer Männer mit, damit er nicht als mittelloser Bettler erscheinen möge.

Die Spur Urs' wies ins Fürstentum der Nordmarken, war aber so kalt, daß nicht mehr genau erkennbar war, wohin er sich gewandt hatte. So begab sich Karlmann von Sint zunächst an den Hof des Fürsten. Hier half ihm der Zufall. Während eines Gelages lobte der Raugrafen Willibold von Tegelnsee seinen neuen Gefolgsmann Urs von Bleechtal, der nach langer Abenteuerfahrt, in seine Heimat zurückgekehrt sei. Karlmann gelang es, die Aufmerksamkeit des Raugrafen zu erregen und mit diesem in seine Grafschaft zu fahren. Während er die Stellung und Position des Urs von Bleechtal, sein Verhältnis zum Raugrafen und zu seinen Untergebenen auskundschaftete, erwarb er sich zu gleich das Vertrauen und Wohlwollen des Raugrafen. Urs, dem Karlmann mehrmals am Hofe des Raugrafen begegnete, verlor sein anfängliches Mißtrauen gegenüber dem Halbsinter. Einige Male prahlte er Karlmann gegenüber sogar mit seinen Abenteuern in Wagrien und seinen Schandtaten, die er natürlich als Heldentaten verkaufte. Karlmann, der so manches Mal die Faust um den Dolch schloß, beherrschte sich stets, denn hier in der Fremde konnte er nicht ohne weiteres jemanden in Mitten seiner Freunde und Hausgenossen töten. Still und beharrlich wartete er auf eine Gelegenheit zur Tat und diese Gelegenheit kam.

Eine Magd aus dem Gefolge des von Bleechtal trat eines Tages vor das Gericht des Raugrafen und man sah deutlich, daß es ihr schwer fiel, und klagte ihren Herrn an, ihr Gewalt angetan zu haben. Gefragt ob dies wahr sei, trat Urs vor und bestritt alles, hob die Hand zum Schwur und sagte: "Niemals habe er einer Frau Gewalt angetan!" Dann forderte er, die Magd an den Pranger zu stellen und anschließend mit Schimpf und Schande fortzujagen. Der Raugraf fragte nun, ob sie Zeugen oder Schwurgenossen aufzubieten hätte, die ihre Worte bekräftigen könnten. Die Magd schüttelte nur stumm den Kopf und flehte die umstehenden Ritter und Lehnsmänner des Raugrafen an, ob nicht einer von ihnen für ihre befleckte Ehre einstehen wolle und den Meineidigen strafen möge. Aber nur eine Mauer aus Schweigenden umstand sie, so daß sie mutlos auf die Knie sank, Wasser in ihre Augen traten und sie unter großem Seufzen zu weinen begann.

Da endlich trat ein Ritter vor, umgürtet mit seinem sintischen Schwert, angetan mit seinem sintischen Gewand und sprach: "Ich glaube ihr und diesem Meineidigen wird die Schwurhand den Dienst versagen." Alle starrten den, den sie als Karlmann kannten, an. Der Raugraf rief nach Waffen und Rüstung für Urs, damit er sein Recht wahren konnte. Dieser blickte entgeistert auf seinen Herausforderer und irgendwo in seinem Geist flackerte eine Erinnerung und während von Bleechtal sich zum Zweikampf rüstete, fragte er, wieso Karlmann sich gegen ihn, seinen Kampfgefährten, stelle und einer Magd mehr Glauben schenke, als ihm, einem Ritter und arturischem Edlen. Da offenbarte der Halbarturier allen am Hofe des Raugrafen, daß er wohl Karlmann von seiner Mutter genannt worden sei, sein Vater aber ihn stets Karapadme rocmana genannt habe. "Ich stamme in fünfter Generation aus dem Geschlecht der Grenzgrafen eines mächtigen sintischen Königreiches - aus dem Hause Padmanam. Mein Vater war Anandapadma und meine Gemahlin hieß Mithramani und diese beiden starben durch deine Hand - gleich meinen Kindern. Aus dem Hinterhalt heraus hast du meinen Vater mit deinen Spießgesellen getötet, und die Ehre meiner Gemahlin hast du - gleich der Ehre dieser Magd für Nichts erachtet - und so dich selbst verdammt."

Mit jedem Wort zerriß der Vorhang des Vergessens im Geiste des Urs von Bleechtal weiter und er erkannte, daß die Schändlichkeit seiner damaligen Tat nun auf ihn zurückfallen würde. Als er sah, daß die Saat seiner Tat nun über ihn kommen würde und die Stunde der Rache da war, begann Urs, die Ehre der Mithramani zu schmähen und sagte ihr Schändliches nach, um Karlmann zu verletzen und seinen Kampfeswillen zu schwächen. Aber Karlmanns Herz blieb ungerührt und sein Verstand klar. Als die Kontrahenten die Klingen kreuzten, da nannte Karlmann bei jedem Streich, einen Namen der Gesellen des Urs, die bereits vom Tod umfangen waren. Ein langer und harter Kampf entspann sich zwischen beiden, doch einige Beobachter meinten später, daß Karlmann von Beginn an der Überlegene war und mit Urs ein teuflisches Spiel trieb. Andere meinten, daß Urs von Bleechtal schlechter als gewohnt gekämpft hatte und man in der Tat den Eindruck hatte, als würde seine Schwerthand ihm nicht gehorchen und die Last seiner Schandtaten auf seinem Schildarm laste.

Schließlich brach Urs von Bleechtal aus zahlreichen Wunden blutend zusammen und bat um Gnade. Noch bevor Raugraf Willibold etwas sagen konnten, rief Karlmann aus: "Niemals hast du Gnade gewährt, niemals wirst du Gnade erlangen!" und trennte mit einem einzigen, sicheren Hieb den Kopf vom Rumpf. Der Raugraf zeigte sich empört, daß Karlmann sein Recht derart übergangen hatte. Doch konnte er am Ausgang des Kampfes nichts mehr ändern. Dennoch forderte er Mangeld für den erschlagenen Lehnsmann und Karlmann von Sint mußte sich bereit erklären anstelle des toten Urs von Bleechtal über ein Jahr Dienstmann des Raugrafen Willibold von Tegelnsee zu sein.

Das Wappen Karlmanns als Herr von Bleechtal und Lehnsmann des Raugrafen in den Nordmarken

So verwaltete er vom September 66 - Januar 68 als Lehnsmann des Raugrafen das Bleechtal. Das Lehen blühte und gedieh, mühelos bestritt Karlmann die Abgabe an seinen Lehnsherrn. Als er aber nach Ablauf eines Jahres um Abschied bat, verweigerte der Raugraf ihm dies und bat ihn noch zu bleiben. Im Geheimen aber suchte der Raugraf nach einem Grund sich in den Besitz der Güter, die durch Karlmanns Pflege entstanden waren, zu setzen. Karlmann bekam Kenntnis (vielleicht durch die Magd, deren Schande er vor Jahresfrist durch Urs' Blut tilgte) von dem Komplott, daß gegen ihn im Gange ist.

Im Januar 68 ÄD floh Karlmann von Sint aus der Raugrafschaft und verließ auch die Nordmarken. Nur von wenigen Getreuen begleitet, wandte er sich mitten im strengsten Winter nach Süden. Zwar ließ der Raugraf sie verfolgen, doch mußten die Häscher unverrichteter Dinge umkehren. Den Februar und März verbrachte er mit seinen sieben Begleitern (das sind: eine Magd + zwei Reiter + Kämpe + Knappe + Knecht + dessen Liebste) in einer salischen Stadt. Er bricht ins Fürstentum Hohenfurth auf. Als er jedoch hört, daß seine Stelle im Herzen der Gräfin ein anderer eingenommen hat, wendet er sich wieder nach Süden. Unsicher, ob er nach Sint zurückkehren soll, oder zunächst Hagen von Loe suchen soll, trifft er in der Stadt Hohenfurth einen toxandrischen Handelsherrn (aus der Familie "beim Flandernthor"), der ihn als Begleiter für seine Handelswaren nach Löwenhaven engagiert.

 

 

 

15. Karlmanns Ankunft in Drachenbrukk (Sommer 68).

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Anfang Juni erreicht er Löwenhaven. Nun bereits in unmittelbarer Nähe Drachenbrukks entschließt er sich, dieses Gebiet aufzusuchen. Dabei wendet er sich zunächst nach Stolzenfels, indem er unschwer den Fels des Stolzes aus den Erzählungen seiner Großmutter erkannten. Ende Juni 68 trifft Karlmann von Sint in Stolzensiel mit seiner kleinen Schar ein. Er wird von Helior von Stolzenfels freundlich aufgenommen und obwohl er seine Abstammung und seine Ansprüche für sich behält, überträgt Helior Karlmann die Leitung der Burg Herzfelden. Während sich bereits die düsteren Wolken des Rosenkrieges über der Drachenlilie zusammenziehen, lud Karlmann, angeleitet von seinem Bundesritter Helior, die Bundesritterschaft für den 2. XII. auf seine bescheidene Burg. Hier traf Karlmann erstmals mit dem Gauritter Ansgar von Swarzfurt bekannt. Es heißt diese beiden hätten in den folgenden Tagen lange zusammen gesessen und hätten sich viele Dinge erzählt.

Sicherlich als Konsequenz dieses Gespräches forderte Ansgar vom Loe die Bundesritter auf, die verwaiste Burggrafschaft Ganis in die Hände des Karlmann von Sint zu übergeben. Nie hatte Ganis, seit dem Tode Hartnids von Ganis, eine starke Hand nötiger gehabt, als gerade in jenem verhängnisvollem Jahr 69 ÄD, aber noch zögerten die Bundesritter mit einer Entscheidung. Doch auch Hrudwig von Dangen erkannte die Befähigung des Burgritters Karlmanns von Herzfelden und übertrug ihm die Verwahrung des Dangener Teiles der Königsstraße. Seine erste große Tat für sein Land war seine Teilnahme an der Verteidigung des Drachenbrukk-Passes zusammen mit den Bundesrittern Geimhreadh Croi von Arkadia, dem Gauritter Ansgar von Swarzfurt, zgl. Verweser von Ganis, und Dragoslav TarKryllian, dem Verweser von Lorien und Dangen. So wiesen diese im Verein mit den Rittern und Kämpen ihrer Länder vom 25. - 30. April 69 ÄD den Angriff des Fürsten Bodo von Seefelden ab. Damals offenbarte Karlmann den Anwesenden - durch Ansgar vom Loe unterstützt und bestätigt - seine Abstammung aus dem Hause der Bundesritter von Ganis. So übertrugen die Bundesritter im Mai 69 ÄD dann endlich die Herrschaft von Ganis auf Karlmann von Sint. Im September 69 ÄD nahm Karlmann von Sint, wie er sich immer noch nannte, an der Vertreibung des Herzogs von Stierheim teil und besiegte diesen im Verein mit anderen Bundesrittern am 28. September 69 an den Ufern des Forne.

 

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