Sir Gamhain erhält Ritterschlag

In der Burg zu CaerGlen erhielt Sir Gamhain O’Cran, welcher in die Dienste des Sir Dundearn MacRayyd trat, den Ritterschlag. Doch leset: Wollte der werte Gamhain gar schon bei der ersten Prüfung "mogeln"? So begab sich dieser mitsamt Gugel und Umhang - unter letzterem er ein Kissen für seine Knie verbarg - in die Kapelle, um seine Nacht der Buße anzutreten. Doch blieb dies des Bischofs Aug‘ nicht verborgen, so dass der junge Recke denn doch im Büßergewand und o h n e Kissen seine Gebete sprach. Wie sich zeigte, bestand Sir Gamhain O’Cran die Standhaftigkeitsprüfung ohne Tadel. Dieses wurde bezeugt durch die werte Lady Celine O’Hara, die berichtete, wie zu später Stunde zwei liebreizende Damen den Sir Gamhain mit ihrem Charme umwarben. Doch hatten beide - trotz intensivem Bemühen - scheinbar nicht den Deut einer Chance - sehr zur Freude seiner zukünftigen Ehewirtin, der Lady Loreena O’Moylan. Alles andere als einfach gestaltete sich die Sauhatz. Die Sau war ein sehr wendiges und flinkes Tier und der Wald, in dem sie hauste, sehr dicht bewachsen. So geschah es, dass auch Äste ausschlugen, von denen Sir Gamhain eine (kleine) Blessur am Auge davon trug. Zum Lohne fing er die Sau zu guter letzt doch! Als wären es der Prüfungen nicht genug, musste der werte Gamhain O’Cran noch einen Drachen im Kampfe bezwingen. Geschickt führte er sein Schwert, obgleich er mehrere Hiebe kassierte. Seltsam: Täuscht es oder ist auf des Schnellzeichners Bildern tatsächlich ein hämisches Grinsen des Drachen zu sehen? Wie dem auch sei: auch hier errang der tapfere Recke nach zähem Ringen den Sieg! Als letzte der Prüfungen musste sich Sir Gamhain einer gründlichen Reinigung und Befragung unterziehen. Als drei Damen ihn reinlichst geschrubbt hatten und auch die Befragung durch den werten Herrn Helior von Stolzenfels beendet war, nahm Sir Gamhain den Ritterschlag unter gleichzeitiger Belehnung des Gaus Glen in Waleis von Sir Dundearn MacRayyd in Empfang und schwor seinerseits ergebene Treue. Zum Abschluss wurde der edle Sir Gamhain von sämtlichen Rittern mit einer Ohrfeige und einer Umarmung im Bunde willkommen geheißen.

(Schwanhild von Ammergau)



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Die Eheschließung von Gamhain O’Cran und Loreena O‘Moylan

Gewiss eine Attraktion war die Hochzeit des Sir Gamhain O’Cran und seiner Lady Loreena O’Moylan. Die beiden hatten beschlossen, die Zeremonie nach einem kilkanischen Familienritus von der Druidin Brenda vornehmen zu lassen.
Es mag sein, dass Brendas Erscheinung ein wenig Verwirrung ausgelöste: sie trug einen blonden und einen dunklen Zopf sowie ein aus bunten Flicken bestehendes Kleid, verziert mit kleinen Totenköpfen. Am auffälligsten war ihre Nase, lang und gebogen mit einer Warze, die vor allem den Serkländer Jallal nachhaltig beeindruckte. Die kleine Tochter einer der anwesenden Damen fürwahr fürchtete sich gar sehr, so dass Brenda ihr einen süßen Gaumenschmaus herbeizaubern wollte, welches eine höchst interessierte Nachfrage des Bischofs nach sich zog.
Begleitet wurde die Druidin von ihrem stattlichen Zeremonienmeister, dem werten Sir Robin. Nachdem sich die Hochzeitsgesellschaft versammelt hatte, gesellten sich ebenfalls ungeladene Unreine Geister hinzu - einige waren recht hartnäckig und schienen die zukünftige Ehewirtin verwirren zu wollen. Mit Hilfe ihres Reisigbesens und einiger deftiger Worte gelang es Brenda, selbige Unreinen Geister zu vertreiben, so dass die Zeremonie beginnen konnte.
Das Feuer sollte kräftige Funken schlagen, Luftblasen sollten in den nächtlichen Himmel steigen, jedoch erwies sich das malerische Schneegestöber als unvorhergesehenes Geschenk der Götter.
Nach anfänglichem Zögern kam der Weihrauch in Wallung und die Druidin leitete die Vermählung mit größtem Geschick: "Wer gegen diese Verbindung sei, möge schweigen oder er wird es für immer tun!" (Schweigen) Dann kam die alles entscheidende Frage, und sowohl Sir Gamhain als auch Lady Loreena antworteten mit einem eindeutigen "ja".
Nun war das entzückende Paar endlich vermählt und der Frieden zwischen den einst verfeindeten Clans besiegelt. Nach kilkanischem Brauch wurden den Brautleuten die rechten Hände zusammengeknüpft, auf dass sie derart verbunden ihre Gäste mit salzigem Backwerk und bittersüßem Hochzeitstrunk bewirten mögen. Munkelte man etwa, das jung vermählte Paar wolle seine Gäste vergiften? (Aber nein, jedoch behauptete später niemand, der Trunk sei eine Gaumenfreude gewesen.)
So ging man im Anschluss über zu gar köstlicher Völlerey und Trinkgelage, auf dass diese Ehe für einhundertundelf Tage andauern möge.

(Schwanhild von Ammergau & Hortensie vom Eulenanger)

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