Nr. 30
Drachenklammer Marktklatsch
28. Januaris 76
Die Ereignisse auf dem Hoftag zu Ganis im Lande Ganis
Auf Einladung des Advocatus des Bundes der Ritter von der Drachenlilie und Bundesritters von Ganis, Karlmann von Ganis, versammelten sich jene Bundesritter und zahlreiche Gäste zum Hoftag vom XIX. bis XXI. Januaris auf der Burg bei dem Markte Ganis.
Bundesritter Karlmann von Ganis und seine Verlobte Sieglindis von Ulmenstein bewirteten die Bundesritter Helior von Lohenau, Leonard von Lorien, Alina von Logris, Dundearn von Waleis, Fergus von Drachenmoor, Dora von Drachenfeld, Ulrich von den Arturischen Marken und Hermann von Norgals. Auch Bischof Konrad konnte sein Kommen einrichten. Neben seinem Gauritter Hagen von Swarzfurt waren auch dessen Ranggenossen die Gauritterinnen Thekla von Dangen, Celine von Arkadia und Johanna von CaerGlen nach Ganis gereist.
Als weitere Gäste sind zu nennen: Die edlen Damen Beatrix von Jochgrim, Gräfin Jasmin von Lindenhain, Skadi Swanwith, Viola von Falkenstein, die Pruzznierin Bertrada von Tauroggen, die lowländische Edle Igraine McIntosh und die Zofe der Dame Dora Madeleine von Throtmani; so wie die Herren Graf Heinrich von Lindenhain, Bruder der Gräfin Jasmin, Lukas von Kronburg, Ansgar von Wulfheim, Peer van Wasserloo und Eduard von Zweifel, der Burggraf von CaerGlen und Heinrich von Wolfen, ein commilitones draconis.
Am Freitag wurde der Hoftag von Bundesritter Karlmann von Ganis mit einem Umtrunk eröffnet. Es folgte die nunmehr schon traditionelle Drachenfelder Erbs- und Klumpensuppe. Man vermisste allgemein den Ratshumpen "Humpi".
Der Samstag begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Danach maßen sich die Besucher im Bogenschießen und im Schwertkampf. Den Preis im Bogenschießen, der diesmal ohne Geschlechterscheidung ausgetragen wurde, gewann die Dame Beatrix von Jochgrim. Dermaßen in ihre Schranken gewiesen vermochten die drei Herren Helior von Stolzenfels, Ulrich von Jochgrim und Eduard von Zweifeln sich nicht zu entscheiden, wer den schmachvollen zweiten Platz belegen solle, so daß diese drei in ein Stechen gingen. Erneut steigerte sich Karlmann von Ganis und verpaßte die Teilnahme an diesem Stechen um nur einen Ring. So munkelt man nun der Bundesritter übe heimlich. Die ins Stechen gelangten Herren legten beim ersten Stechen neun Punkte nach. Beim zweiten Stechen einigte man sich auf nur einen Schuß aus einer um einen Schritt größeren Distanz. Dieses führte dazu, daß keiner der Schützen einen Punkt machte, ja allein Burggraf Eduard vermochte die Scheibe zu treffen. Beim dritten Stechen einigten sich die Bundesritter Helior und Ulrich darauf nur einen Punkt zu machen. Eduard, dem das Spiel zu dumm wurde, schied durch Verfehlen der Scheibe aus. Im vierten Durchgang schließlich verfehlte auch Ulrich von Jochgrim das Ziel, so daß Helior von Stolzenfels mit seinem Treffer den zweiten Platz, den besten der Männer, einnahm.
Als Turniervogt fungierte diesmal Fergus McKillgain. Um das Geschehen für die anwesenden Zuschauer noch interessanter zu gestalten, wurden die Kämpfe nach einem neuen Modus ausgetragen. Die Kontrahenten kämpften in Einzelgruppen zu je drei Teilnehmern gegeneinander. Die Sieger dieser Gruppen kämpften gegen den Zweitplazierten der jeweils anderen Gruppe, so daß die Gewinner dieser Kämpfe sich im Finale um den Turniersieg maßen. Die Vorzüge dieses Systems zeigten sich in dem besonderen Eifer der Kämpfer. So gerieten in der Hitze des Gefechtes die Bundesritter Helior und Ulrich aneinander, wobei sie weder an unziemlichem Nachschlagen, noch bei der Darbietung ihres reichhaltigen Wortschatzes an unflätigen Ausdrücken sparten. Doch auch einmal mehr siegte Dundearn von Waleis.
Ulrich von Jochgrim schlug Hagen vom Loe für einen Fairnispreis vor, hatte er doch ohne weiteres einen Schlag des Herrn Dundearn anerkannt, obwohl dieser sein Gemächt getroffen hatte und Hagen vom Schmerz gekrümmt wurde.
Am Sonntag kürten die Damen, nachdem sie einige würdige Kandidaten durch namentliche Nennung geehrt hatten, Ulrich von Jochgrim zum würdigen Empfänger des Minnepreis.
Ein Sonderpreis für die Dichtkunst wurde dem Gauritter von Swarzfurt, Hagen vom Loe, überreicht, hatte er doch in einem wahren Rausch ein Epos über die Ereignisse der Bundesschließung und den Krieg gegen die Silberdistel und die instrischen Besatzer vor fünfundsiebzig Jahren verfaßt, auf das Drachenbrukk schon so lange gewartet hat.
In der öffentlichen Ratssitzung verkündete der Advocatus zunächst, daß Geimhreadh Croi O'Damsha sein Gut Instermark dem Bunde zur freien Verfügung zurückgegeben habe. Was den Bundesritter bewog aus dem Kreis seiner Bundesgenossen auszuscheiden, blieb im Dunkeln, doch wurde versichert, der Herr O'Damsha den Bundesrittern in Freundschaft verbunden bleiben wolle. Graf Heinrich von Lindenhain hatte zwei Anliegen, daß eine befaßte sich mit den Kämpfen in seiner toxandrischen Heimat und der ruhmreichen Möglichkeit dort gegen ritterliche Gegner anzutreten und so Ruhm und Beute zu gewinnen. Auch forderte er auf diesem Wege alle Kämpfer, die bereit wären sich gegen gutes Gold zu verdingen, auf, sich in der Breller Burg des Herrn Fergus zu melden. Zuletzt aber verkündete der Graf, daß er sehr froh sei verkünden zu dürfen, daß seine liebe Schwester Jasmin sich mit Fergus McKillgain, Bundesritter von Drachenmoor, verloben werde.
Nach dieser Ankündigung beendete Karlmann, der Advocatus der Drachenlilie, die öffentliche Ratssitzung und entließ die übrigen Gäste zu Scherz und Kurzweil.
In der geheimen Ratssitzung berieten die Bundesritter zunächst über das weitere Schicksal der Instermark. Der Advocatus der Drachenlilie, Karlmann von Ganis, schlug vor, die Gauritterin Celine von Arkadia zur kommissarischen Landvogtess der Instermark zu machen, was die einhellige Zustimmung der Bundesritterschaft fand, genauso wie der Vorschlag Geimhreadh Croi O'Damsha zum Freund des Bundes zu erklären.
Auch beschloß man die Bundesritter Karlmann und Leonard sowie die kommissarische Landvogtess Celine nach Damsha zu schicken, um näheres über die beunruhigenden Nachrichten aus den westlichern Alterhills in Erfahrung zu bringen.
Danach lud man Ansgar von Wulfheim, derzeit Leiter des Ausbildungshauses der commilitonis draconis an der Shannonroad, vor den versammelten Rat des Bundes. Er berichtete über einen Boten der im Haus der Commilitones Zuflucht gefunden habe und wichtig Nachricht aus dem Heiligen Land mit sich gebracht habe. Da jener Reisende zu schwach gewesen sei, selbst vor dem Rat zu erscheinen, habe Ansgar die Pflicht übernommen, die Mär den Bun-desrittern zu Gehör zu bringen. Der Herr von Wulfheim berichtete also, daß der König Humfried von Julianopolis mit seinem Heer eine schwere Niederlage durch die Hand der Zeldschuken habe hinnehmen müssen. Auch seien die Marken des Königreiches überrannt worden, einzig der Markgraf von Tersos habe erfolgreich Widerstand leisten können. Die Bundesritter nahmen beide Nachrichten mit Entsetzen auf. Gibt es doch kaum noch einen Zweifel daran, das der allseits verhasste Thomas O'Connell jener Markgraf von Tersos ist.
Danach bekam auch Graf Heinrich von Lindenhain Gelegenheit in der geheimen Ratssitzung zu sprechen. Er bat die Ritterschaft - neben ihrem Wohlwollen für seine Rüstungen - auch um ihr Wort beim König Radowulf bei dem nach Xandern einberufenen Reichstag. Die Bundesritter versprachen ihm sich in seinem Sinne zu verwenden. Nachdem der Graf die Ratssitzung verlassen hatte, entschied man, Bundesritter Thies von Lohring und Gauritter Mark von Erlenau an die Spitze einer nach Xandern reisenden Gesandtschaft zu stellen.
Hofgeplauder:
Während des festlichen Mahles erfreute Hagen vom Loe, Gauritter von Swarzfurt, die festliche Runde mit einem furiosem Versepos über die Bundesgründung, den Krieg gegen die instrische Besatzung und die Schlacht am Padys'schen Gestade. Die Ergriffenheit der Zuhörer verwandelte sich, nachdem die Zunge des Loers zum Stillstand gekommen war, in lauten Beifall und Hochrufe auf den Dichter. Leider ist es uns nicht gelungen eine Abschrift des unvergleichlichen Werkes zu bekommen, wir bemühen uns aber weiterhin darum.
Zu später Stunde versammelten sich alle anwesenden Glieder der commilitones draconis in der Burgkapelle von Ganis. Man scheint dabei über gewichtige Themen in hitziger Runde verhandelt zu haben, verließ doch sowohl der ebenfalls anwesende Bischof Konrad als auch der Komtur für Arturien, Ulrich von Jochgrim, die Sitzung vorzeitig. Es gab sogar Gerüchte Ulrich hätte die draconis verlassen, doch wurde dies am Sonntag nicht bestätigt.
Nach der Sitzung erklärten die magister, daß Angus MacRayyd, da er auf den Beschluß der letzten Kapitelversammlung nicht reagiert habe, nicht mehr Großmeister der commilitones draconis sei. Stattdessen wird dieses Amt jetzt von der Dame Dora ausgefüllt. Der dadurch vakante Posten des magister castellanus (Kastellmeister) wurde dem Fergus McKillgain übertragen. Auch benannte man überraschenderweise Ansgar von Wulfheim zum neuen Komtur für Arturien. Wir wünschen den neuen Führern der commilitones ein glückliches Walten und alles Gute für die Zukunft.
Zum Bedauern zahlreicher Gäste (NSC's) reihten sich die Bundesritter und viele andere Gäste (SC's) nicht in die Tanzrunden ein. :-)