Nr. 26
Drachenklammer Marktklatsch
10. Maii 75
 

Wie wir erst jetzt erfahren konnten, nahm Bundesritter Angus MacRayyd im Januar an einer größeren Festivität in ConnelsCastle auf Einladung Cedriks O'Connell teil. Er begleitete dabei Martha O'Kerry mit einem stattlichen Aufgebot seiner Ritterschaft, worum ihn die instrische Lady auch gebeten haben soll. Die ausgesprochene Einladung des O'Connell Sohnes und die Teilnahme des Tulmontalers an dem Feste sind nach allgemeiner Auffassung ein deutliches Zeichen für die entspannte Atmosphäre beiderseits der Cunnaghter Berge. Auch Roi O'Connell und Perwein O'Kaigh, Bruder und Schwager Cedriks, erschienen auf ConnelsCastle. Nach dem Ende der Hohenzît sprachen alle Besucher von einem gelungenen Fest. Angus MacRayyd geleitete die Dame Martha zurück in ihre Stadt und verweilte dort bei ihr über die Zeit, so daß er sogar das rechtzeitige Erscheinen auf dem Brokker Hoftag der Drachenlilie versäumte. Über die Umstände seiner Säumigkeit befragt, antwortete der Bundesritter mit einem Schmunzeln: "Die Gesellschaft der Lady Martha ist in jeder Lage ein angenehmer Zeitvertreib."

Teile der Bundesritterschaft waren auf die Nachricht von der Rückkehr Konrads von Baernbach nach TirConnell geeilt und geleiteten den Bischof feierlich nach Drachenklamm.

Zur ersten Messe des neugeweihten Bischofs Konrad von Baerenbach waren auch zahlreiche Drachenbrukker Bundesritter in den Drachenklammer Bischofsdom gekommen. So lauschten die Bundesritter Karlmann von Ganis, Helior von Lohenau, Leonard von Lorien, Alina von Logris, Dundearn MacRayyd, Fergus von Drachenmoor, Dora von Drachenfeld, Ulrich von den Arturischen Marken den Worten des Bischofs. Auch die Gauritter Hagen vom Loe und Thekla von Dangen waren gekommen. Außerdem sind namentlich Gräfin Jasmin von Lindenhain, die Edle Feodora von Swarzfurt, Celine O'Hara und Alienora de Valverde zu erwähnen.

In seiner ersten Predigt als Bischof verkündete Konrad, daß er die commilitones draconis in seinen und in den Schutz der oikumenischen Kirche genommen. Damit können die commilitones - so sie denn das Angebot des Bischofs nicht ablehnen - auf den Gnadenschatz der oikumenischen Kirche zurückgreifen. Bisher wurde die Offerte des Bischofs allerdings von den Meistern der commilitones einhellig begrüßt, hofft man doch von dieser Seite, daß sich nunmehr die zögerliche Haltung der drachenbrukk'schen Bevölkerung gegenüber Spenden an die vor einem halben Jahr begründete Rittergemeinschaft ändern würde.

Erneuert wurden Klagen einiger Kauffahrer über Angriffe von Seiten Rabenfelser Schiffe auf unbescholtene Kapitäne, die ohne ersichtlichen Grund im Stile übelster Piraten ausgeplündert wurden. Der Zeuge soll nur mit viel Glück überlebt haben. Einige neutrale Beobachter mutmaßten, daß dieses erneute Aufflammen unoikumenischer Seefahrt nur durch die längere Abwesenheit des Jarls von Hrafenbjarg aus seiner Baronie zu erklären ist. Nachforschungen konnten den Verbleib der Beute nicht klären, auch konnte niemand ausfindig gemacht werden, der mit den Überfallenen in Fehde gelegen hätte oder Kaperbriefe ausgestellt hätte.

Anfang Mai versammelte der König von Inster seine Getreuen aus dem Aragontal und den Shires an der Gennisroad zu einem Hoftag zu Llewynn. Nachdem bereits die Bürgerschaft von Kelora und Derry dem König den Treueschwur geleistet hatten und ihr Bündnis mit den anderen Städten an der Gennisroad für nichtig erklärt hatte, nutzte nun auch die Bürgerschaft von Llewynn die Anwesenheit König Oweins, um diesem persönlich ihre Treue zu zusichern, nachdem sie dies bereits Ende September gegenüber Perwein O'Kaigh, als Stellvertreter des Königs getan hatte.

König Owein war zu Beginn des Jahres aus dem Süden seines Königreiches herauf nach Kelora gezogen, wo er bereits Collin McLoughlainn als seinen Hauptmann für diese Stadt bestätigt hatte. Danach begab er sich nach Derry, wo Glendur O'Finbar als Hauptmann eingesetzt worden war, nachdem die Stadt dem König die Treue geschworen hatte und erklärt hatte kein Bündnis mit anderen Städten eingehen zu wollen, es sei denn der König erlaube und wolle es.

Den gleichen Schwur leistete nun auch die Stadtgemeinde von Llewynn, nachdem der König zuvor mit den in die Bereinigung des Konfliktes involvierten Herren Gespräche geführt hatte. So wurden unter anderen vom König die Bundesritter Karlmann von Ganis, Leonard von Lorien und Fergus von Drachenmoor, sowie die Bundesritter und instrischen Gefolgsmänner Angus MacRayyd, Dundearn MacRayyd, und Geimhreadh Croi O'Damsha eingeladen. Natürlich waren auch der Atha O'Shannon Perwein O'Kaigh, und Roi O'Connell sowie zahlreiche gewichtige Bürger der Stadt Llewynn anwesend.

Ende April reiste Bischof Konrad von Drachenklamm nach Norgals. Landesherr und Klerus TirConnells holten den Bischof in einer angemessenen Form in die Stadt ein. Während seines fünftägigen Aufenthaltes pflegte er eingehende Gespräche mit Bundesritter Hermann und Domherrn Leomund. Der Bischof bestätigte in dem feierlichen ökumenischen Hochamt zum Waltpurgistag im Dom zu TirConnell den Prior des naitalischen Ritus in seinem Amt, was von den naitalischen Handelsherren mit großem Wohlwollen aufgenommen wurde. Danach bereiste der Bischof das ganze Land Norgals stets begleitet von Domherrn Leomund und ließ auch dem hiesigen Kloster seine besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden. Diese Visitation der Kirchen und Pfarreien in Norgals stellte den Auftakt zu einer Rundreise durch die gesamten Diözese Drachenklamm dar.

Für Ende Mai hat Bundesritter Thies von Kuhfelden seine Bundesgenossen ins sein Land Lohring eingeladen. Es werden wieder zahlreiche wichtige und unwichtige Bittsteller aus Nah' und Fern erwartet. Leider erfuhren wir bereits vorab, daß Ulrich von den Arturischen Marken und Geimhreadh Croi von der Instermark ein Kommen nicht einrichten würden können. Auch der wackere Highlander Fergus McKillgain scheint zunehmend von Gebrechen und Zipperlein heimgesucht zu werden, so daß Gerüchte gehen, er sei ans Krankenlager gefesselt.

Nach seiner Rückkehr aus Llewynn wurde Karlmann von Ganis durch dringende Botschaft nach Drachenklamm gerufen. Es heißt, die Handwerker seien bei ihren Instandsetzungsarbeiten auf eine bisher verborgene Kammer gestoßen. Man habe sich dann aber entschieden, diese Gelass erst in Anwesenheit des Eigentümers zu öffnen. So eilte Bundesritter Karlmann unmittelbar nach Drachenklamm, wo er der Öffnung des bisher unbekannten Raumes beiwohnte. Die Öffnung wurde unter besonderer Geheimhaltung durchgeführt, dennoch ist es uns gelungen, einiges über die geborgenen Pretiosen in Erfahrung zu bringen. So soll ein großartiger Wandteppich geborgen worden sein, der allerdings zunächst von den besten und ausgesuchtesten Webern ausgebessert werden muß. Auch sind einige Schmuckstücke und sagenumwobene Gegenstände gefunden worden. Urkunden und uralte Bücher sollen gleichfalls gefunden worden sein. Auch geht die Kunde von einer Inventarliste, die wir aber nicht einsehen konnten.

Hermann von Norbergen, auch Bundesritter von Norgals, ließ dem Domherrn Leomund zu TirConnell, eine Spende in Höhe von 300 Silberlinge zukommen, nachdem die Initiative des Domherrn, den Ruhm und das Ansehen Kattlas in die Welt hinauszutragen, vor seinen Augen Wohlgefallen gefunden hatte.