Nr. 25
Drachenklammer Marktklatsch
29. Februaris 75
Die Ereignisse auf dem Hoftag zu Brokk im Lande Waleis:
In den letzten Tagen des Januaris versammelten sich die Bundesritter der Drachenlilie, die Gauritter, zahlreiche Ritter, Edle und Gäste des Landes Drachenbrukk auf Einladung des ehrenwerten Bundesritters Dundearn MacRayyd in der vornehmen Hafenstadt zu Brokk zu einem Hoftag. Es kamen die Bundesritter Karlmann von Ganis, Helior von Lohenau, Leonard von Lorien, Alina von Logris, Fergus von Drachenmoor, Dora von Drachenfeld, Ulrich von den Arturischen Marken und Hermann von Norgals. Als Gauritter genossen Hagen vom Loe, Thekla von Dangen und Johannes von Herzfelden die Gastfreundschaft des Herren von Waleis. Der Klerus der hiesigen Diözese war unter anderem durch die Domherren Baldrich von Weißenberg, Konrad von Bärenbach und Wernher von Mogunt aus Drachenklamm vertreten. Auch Benevitanerabt Anselm ließ es sich nicht nehmen, den Bundesrittern aufzuwarten und in einer seiner gefürcheten Predigten denselben ins Gewissen zu reden. An weiblichen Gästen sollen erwähnt werden: Beatrice von Jochgrim, hochgeschätzte Frau des hochgeschätzten Bundesritters Ulrich, Gräfin Jasmin von Lindenhain, die Edlen Feodora von Swarzfurt, Freimundis von Hiddenhausen, die ihre Schwester Jolande mitbrachte, Johanna von Trothmani nebst Jungfer Katharina, Celine O'Hara und Genoveva von Gutenbrunn. Ritterliche Manneszier bewiesen Templerpräceptor Thomas von Falkenhorst, Herr Gerwald von Argenau, Herr Ansgar von Wulfheim und Don Olivier D'Ayala und Capitaneus Iglosios.
Dundearn MacRayyd nötigte die Bundesritterschaft und alle anderen Gäste endlich wieder einmal den zur Begrüßung kreisenden Ratshumpen bis zur Neige zu leeren. Danach folgten Kurzweil und scherzhafte Reden bis in die frühen Morgenstunden.
Der Samstag wurde traditionell durch das Schwertturnier eröffnet. Als Turnierrichter fungierte diesmal Bundesritter Fergus McKillgain, der es selbst am meisten bedauerte wegen seiner Verletzung noch nicht am Turnier teilnehmen zu können. Im Finale standen sich wie beim letzen Hoftag Dundearn MacRayyd und Karlmann von Ganis gegenüber. Zur Überraschung vieler, und wahrscheinlich auch seiner selbst, siegte der hehre Bundesritter Karlmann von Ganis in einem packenden Gefecht. Das Bogenschußturnier mußte auch diesmal wieder ausfallen, da anhaltender starker Regen das Turniergelände unbegehbar gemacht hatte. Nach den Turnieren hielt die Bundesritterschaft unter dem Abt Anselm und Tempelpraeceptor Thomas von Falkenhorst eine kurze Andacht in der Kapelle von Brokk ab. Hierbei fiel Bundesritter Fergus durch seine äußerste Fröhlichkeit etwas aus dem Rahmen. Dame Dora ließ an diesem Abend alle Anwesenden wissen, das sie die Jungfer Katharina von Trothmanie als Zofe in ihren Dienst genommen hat und ermahnte alle Ritter und Edlen sie künftighin als Dame zu behandeln.
Bei der Ratssitzung informierte Capitaneus Iglosios auf Bitte seines Dienstherren Dundearn von Waleis die Bundesritterschaft über den erfolgreichen Verlauf seiner Naitalienfahrt. Es wäre ihm gelungen mehrere Tunkererschiffe zu versenken und den Ruhm des Bundes der Drachenlilie und die Ehre der Drachenbrukker Ritter bis an die Grenzen Naitalien zu tragen.
Thomas von Falkenhorst unterrichtete die Bundesritterschaft darüber, daß Patriarch Konstantios VIII. in der Trapezuntinischen Hafenstadt Herakleia Zuflucht gefunden habe und von dort aus die Rechtgläubigen zur Standhaftigkeit ermahnte. Auch berichtete der Templer, daß ein älterer Kilkanischer Recke, der seinen Clansnamen nie nennt, den Zeltschuken empfindliche Niederlagen beigebracht habe, und im Heiligen Land schon wie ein Held gefeiert wird. Dabei habe er die Angewohnheit, daraufzubestehen seine Gegner mit eigener Hand zu töten. Von Lösegeld oder Gnade wolle er nichts wissen, so daß allein die Nennung seines Namens, Thomas, beim Gegner Entsetzen auslöse.
Aus der geheimen Ratssitzung:
Nachdem Dundearn MacRayyd die Bundesritter in der geheimen Ratssitzung in geziemender Weise begrüßt hatte, verlas der Advocatus Draconis einen Brief des Patriarchen Konstantios, nicht ohne Thomas von Falkenhorst durch dessen Mittlerdienste das Schreiben die Bundesritterschaft erreichte zu danken. Das Schreiben, welches an den "Herrn von Drachenbrukk" gerichtet war, ermahnte die Bundesritter zur Festigkeit im Glauben, zur Verteidung der Heiligen Stätten und zum Schutz der Kirche, ihres Bischofs und des Patriarchen.
In einem weiteren Brief, den der Advocatus verlas, offenbarte die Bischöfin dem Rate der Drachenlilie, ihren Entschluß allen Ämtern und Würden der Kirche zu entsagen und künftighin als einfache Frau in ihrer Einsiedelei in den Drachenbrukker Bergen ein frommes und den Göttern gefälliges Leben zu fristen, sich der Aufzucht und Hege des Katlasprosses und der Erforschung der Geheimnisses des Lebens zu widmen.
Weiterhin beschlossen die Bundesritter die Lehen, die durch den Rücktritt der Bischöfin vakant geworden waren, neu zu vergeben. Dabei folgten sie dem Vorschlag des Bundesritters Leonard von Lorien, noch bevor sie erfuhren, wen die Vertreter des Domkapitels, die zahlreich (hahaha die Red.) nach Brokk geströmt waren, wählen wollten.
Nach dem Mahl:
Nachdem die Bundesritter aus der Geheimen Ratskammer herausgeschritten waren, verkündete Bundesritter Helior von Stolzenfels zu Lohenau, daß Elaine O'Donoghue ihm ihre Lehen aufgegeben habe, und belehnte seinen erst jüngst wieder als Gauritter von Herzfelden eingeführten Getreuen Johannes von Hunsbach mit der vakanten Insel und dem Gau Greifenstein, wodurch Herzfelden wiederum vakant wurde.
Zum Erstaunen der anwesenden Drachenbrukker Ritter und Edlen erklärten die Bundesritter das Bundeslehen des Bischofs für erledigt und vergaben es neu, ohne die Neuwahl des zum Konklave versammelten Domkapitels abzuwarten. So wurde Karlmann von Ganis mit dem Drachenbrukkpaß und den Abschnitten der Katlastraße, die zum ehemaligen Bistumsgut gehörten, belehnt. Die übrigen Güter aber wurden der Dame Dora von Hoya zu Lehen gegeben, wobei der Status der Stadt Drachenklamm unangetastet blieb.
Von diesen Entscheidungen wurden auch die Domherren, als sie das Konklave verlies-sen, überrascht. Dennoch verkündeten sie die einhellige Wahl des Domherren Conrad von Baerenbach zum neuen Bischof der Heptakathedra.
Beinahe unmittelbar nach seiner Wahl bestürmten die anwesenden Meister der Commilitonis Draconis das neugewählte Oberhaupt der Diozöse Drachenbrukk mit der Bitte Ansgar von Wulfheim, der die Aufnahme in diese Gemeinschaft anstrebte, zu segnen. Bischof Konrad kam dieser Bitte wohl überrascht, aber gerne nach. Von neutralen Beobachtern wurde angemerkt, daß der Bischof es tunlichst vermied die Commilitonis als solche zu segnen.
Hofgeplauder
Unter den Besuchern der nächtlichen Messe wurden Stimmen laut, die meinten der frisch gewählte Bischof Conrad von Baerenbach habe bei dieser Götterfeier, weit weniger entspannt und gelöst erschien als noch beim letzten Mal. Ja einige meinten sogar gesehen zu haben, wie sich sein Körper sich beugte, als wenn sich, während der Mette die Bürde seiner Würde sich gleich einer Last auf ihn niedersenkte und er mit jedem Wort der Messe mehr realisierte, was es bedeutet ein Bischof der oikumenischen Kirche zu sein.
Angesichts eines glücklichen und von Stolz erfüllten Advocatus der Drachenlilie verbreiteten böse Zungen, daß dieser sein Wappen in der Weise ergänzen wolle, daß in der rechten Kralle des Ganisadlers künftighin der Hirtenstab des Bistums gezeigt werden soll. Karlmann soll daraufhin 50 Silberlinge für die Zunge des Urheber jenes Gerüchtes ausgelobt haben, wenn es ein gemeiner Mann wäre, aber 500 Sl. für den Fall, daß ein Edler diese Lüge ersonnen habe.
Wichtiger Hinweis:
Es ist auch diesmal gelungen jemanden für ein Zwischentreffen breitzuschlagen. Wir treffen uns bei Thomas Diekriede (siehe Adressenliste) an Samstag, dem 15. April um 18.30 Uhr.
Spielhintergrund: Der neugewählte Bischof ist von einer Reise nach Bramenburg zum Erzbischof, wo er die Bischofsweihe erhielt, zurückgekehrt und wird nun feierlich in TirConnell eingeholt und von dort nach Drachenklamm geleitet. Hier feierte Konrad von Baerenbach seine erste Messe als Bischof und versammelt danach die Bundesritter und andere angereiste Gäste zu einem Festmahl.