Der Drachenbrukker Bote |
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| Ausgabe Nr. XVII | 17. April LXXVI |
Hierin ist verzeichenet, was zu lesen ihr wohl finden werdet und auch wo: |
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| Inhaltsverzeichnis |
Editorial Aus Drachenbrukk Aus der Gesellschaft Aus der Wirtschaft Aus Nah' und Fern' Hintergrundberichte Jahrtage Leserbriefe Öffentliche Bekanntmachung Wir geben zu wissen und zu künden (Anzeigen) Autteim (aber striktli) |
Wieder liegt ein Winter hinter uns, schon steigt die Sonne höher am Firmament. Das Fest der Ostera aber war in Schnee gehüllt, der uns sonst in diesem Winter eher verschonte. Möge der Wettergott dem Hoftag unserer Schirmer und Schützer - der Bundesritter von der Drachenlilie in CaerPhyll - gewogen sein und allen Gästen von Nah' und Fern' ein prächtiges Fest ermöglichen.
Im Mittelpunkt dieser Ausgabe stehen Berichte von unserem Sonderkorrespondenten Friedrich Nawattny aus Xandern, sowohl über den beginnenden Reichstag selbst, aber auch über die jüngste Entwicklung in Ostnaitalien.
Die Politik ruhte in diesen frostigen Monaten - wie üblich - doch begaben sich einige Glieder der Drachenlilie nach Inster zum O'Damsha. Auch in die Angelegenheiten der Grafschaft Rabenfels kam Bewegung.
Zum Abschluß einen herzlichen Gruß an die Kollegen von Drachenklammer Marktklatsch, die - von der Öffentlichkeit wahrscheinlich unbemerkt - in diesen Tagen ihre dreißigste Ausgabe veröffentlichten.
Allen Besuchern des Hoftages in CaerPhyll wünsche ich eine angenehme Zeit. Man sagt, daß Celine O'Hara ihr Bestes getan habe, um ihrem ersten und wahrscheinlich letzten Hoftag als Gauritterin von Arkadia einen würdigen und prächtigen Rahmen zu geben.
In diesem Sinne
Katla mit Euch
Fritze Fürchtenichts
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Aus Drachenbrukk: Gautag zu Herzfelden Dora von Hoya übernimmt Großmeisteramt Gesandschaft nach Xandern abgefertigt Bundesritter bei O'Damsha Bischof Konrad visitiert Ganis Lindenhainer weiterhin in Drachenbrukk Karlmann von Ganis Ehrenbürger von Drachenklamm Fergus McKillgain ordnet Drachenmoor neu Hoftag in Drohmoor Bürgerschaft von Drachenklamm erneuert Treueeid |
Alina von Lerchenau, Helior von Stolzenfels, Lukas von Kronburg, der neue Gauritter von Herzfelden, und seine Braut, Viola von Falkenstein, reisten gemeinsam und gut gelaunt vom Hoftag zu Ganis nach Herzfelden in Lohenau. Dort verweilte man drei Tage, wobei auf einem Gautag Herr Lukas den lokalen Edlen und Ministerialen als neuer Dienstherr vorgestellt wurde. Man vergnügte sich auf einem Jagdausflug, währenddessen der bisher als Gauritter amtierende Burgritter Renzo nicht, wie es sonst in Drachenbrukk üblich ist, in einen Sauspieß stürzte, gleichwohl aber ständig von einer Aura der Nervosität umgeben zu sein schien.
Auch sprach man über die avisierte Belehnung der Dame Viola als Burggräfin von Lohenbrukk. Um dieses in die Tat umzusetzen, begab sich die Gesellschaft zum betreffenden Marktort. Die junge Herrin wurde dort in ihr Amt eingeführt und mit allem vertraut gemacht. Nach zwei Tagen löste sich die Reisegesellschaft schließlich auf. Herr Helior ging nach Stolzenfels. Die Dame Alina begab sich nach Logris.
Im Anschluß an den Hoftag zu Ganis reisten die Bundesritterin Dora von Hoya und Bischof Konrad in Begleitung der Bundesritter Karlmann, Leonard und Fergus sowie der kommissarischen Landvogtess Celine, der Gauritterin Thekla, des Grafen Heinrich und der Gräfin Jasmin sowie der Lowländerin Igraine MacIntosh nach Dangen. In der Gralskapelle las Bischof Konrad vor der Hüterin des Grals und den anwesenden commilitones und deren Gäste eine feierliche Messe. In der Fürbitte erflehte er die leitende Hand der Götter für die neue Großmeisterin und die heilende Kraft des Grals für ein baldiges Aufblühen des Ordens.
Während Leonard von Leichenstein mit Herrn Karlmann und der Dame Celine nach CaerPhyll weiterreiste, ordnete Dora von Hoya die Angelegenheiten der commilitones. Sie übergab die Geschäfte und Unterlagen des Kastellanmeisters an Fergus McKillgain und besuchte das Haus der Gralswache.
Sie wies Ansgar von Wulfheim in sein Amt als Komtur für Arturien ein und sandte ihn in Begleitung von fünf erprobten commilitones nach Greifenkreuz.
Nach eingehenden Gesprächen mit Bischof Konrad, magister Fergus und der Gralshüterin Thekla, die in freundlicher Atmosphäre verliefen, verließ man Dangen. Auf ihrem Rückweg suchte die neue Großmeisterin das Haupthaus der commilitones, die Drachenklues in den Waleischen Bergen auf, und wies die dort lebenden Brüder und anwesenden Handwerker an, die beschädigten Gebäude in Stand zu setzten, wofür sie die Bezahlung aus ihrer privaten Schatulle versprach.
Nachdem Alina von Lerchenau von Lohenbrukk aus, nach Lothing im Bundesgut Logris zurückgekehrt war, rief sie ihren Gauritter Mark von Erlenau zu sich. Dieser reiste so schnell er konnte zu seiner Herrin. Die Dame Alina unterrichtete den Herrn von Erl über den Beschluß der Bundesritterschaft und bat ihn, sich zusammen mit dem Bundesritter von Lohring nach Xandern zum Reichstag des arturischen Königs zu begeben. Sie übergab ihm, Empfehlungsschreiben und Vollmachten der Bundesritter zu Unterhandlungen im Sinne der Drachenlilie; besonders legte sie ihm ans Herz, sich für die Sache des Herrn Grafen Heinrich von Lindenhain zu verwenden.
zurück zum ArtikelverzeichnisGemäß dem Beschluß der Bundesritterschaft auf dem Januarhoftag begaben sich Bundesritter Karlmann von Ganis, Leonard von Leichenstein und Celine O'Hara nach Damsha. Bei ihrer Reise legten sie einen längeren Aufenthalt in CaerPhyll ein um den Lehnsleuten der Instermark die kommissarische Landvogtess vorzustellen. Aufmerksame Beobachter vermeinten festgestellt zu haben, daß die zunächst relativ angespannte Stimmung der hohen Herrschaften sich bei ihrer Abreise völlig gelöst hätte.
So begab man sich in bester Stimmung nach Damsha, wo man mit Geimhreadh Croi O'Damsha und dem zufällig dort weilenden Atha O'Shannon, Perwein O'Kaigh, zusammentrafen. Man besprach die neuesten Entwicklungen in den westlichen Alsterhills und beriet nach unseren Informationen auch über zu ergreifende Maßnahmen. Es heißt der Atha O'Shannon wolle sein Kommen zum Aprilhoftag auf CaerPhyll einrichten. Wir hoffen danach weiteres berichten zu können.
Von seinem Aufenthalt in Dangen begab sich Bischof Konrad zur Visitation der kirchlichen Einrichtungen im Bundesgut Ganis. Dieser seit langem angekündigte Umritt zeigte die Kirchen und Pfarreien in gutem bis hervorragendem Zustand. Während des Aufenthaltes in Swarzfurt besuchte der Bischof auch das Kloster des Herne und unterhielt sich sehr lange mit Abt Sigismund, dem Bruder des Hagen vom Loe. Der Bischof zeigte sich von der Eloquenz und Gottesfurcht des Abtes beeindruckt.
zurück zum ArtikelverzeichnisEntgegen seinen ursprünglichen Absichten befindet sich Graf Heinrich weiterhin in Brell. Die geplante Anwerbung von Soldtruppen scheint sich schwieriger zu gestalten, als erwartet, da die werbungswilligen Söldner den Ansprüche des Herrn Grafen nicht zu genügen scheinen.
zurück zum ArtikelverzeichnisWie man erst jetzt erfuhr, soll die Bürgerschaft von Drachenklamm bereits im Januar dem Bundesritter Karlmann von Ganis die Ehrenbürgerschaft von Drachenklamm angetragen haben, "wegen der großen Verdienste, die sich der Advocatus um die Stadt" im Herzen Drachenbrukks gemacht habe. Aber erst bei seinem Aufenthalt Ende März nahm der Bundesritter das Angebot der Stadt an; nicht ohne, wie wir glauben, zuvor Rücksprache mit dem Bischof gehalten zu haben.
Die Ehrenbürgerschaft entbindet Karlmann von Ganis zwar von der Zahlung des Bürgergeldes, doch soll der Bundesritter - so erfuhren wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen - seine finanzielle Unterstützung bei außergewöhnlichen Unternehmungen zugesagt haben.
Nach seiner Rückkehr in sein Bundesgut besprach Fergus McKillgain mit seinen Gaurittern Hermann von Brelling und Padraig MacNeal eine weitreichende Neuordnung des Bundesgutes Drachenmoor. Nachdem der Bundesritter sich mit seinen Gaurittern beraten hatte - unter anderem wurde auch über die Morgengabe für Gräfin Jasmin gesprochen -, wurden unter größten Sicherheitsvorkehrungen die wichtigsten Unterlagen und Kostbarkeiten nach Drohmoor gebracht.
Die Tag- und Nachtgleiche feierte der Bundesritter zusammen mit seinen Lehnsleuten im Dom zu Brell, wo es sich die Domherrin Elaine O'Donoghue nicht nehmen ließ, das ökumenische Hochamt selbst zu halten. Im Anschluß an das Hochamt wurde ein Aufruf des Bundesritter, der jetzt auch magister castellanum der commillitones ist, verlesen, der die edlen und tapferen Einwohner des Landes Drachenmoor aufforderte sich den commilitoners draconis anzuschließen, oder diese noble Vereinigung mit Gaben und Dotationen zu stärken. Um die aufrichtigen Absichten des Ordens zu demonstrieren, versprach der Bundesritter der Domherrin für den Seitenaltar des heiligen Liam, in dem der Wolfskiefer, den Elaine mitgebracht hatte, aufbewahrt wird, eine Ehrenwache des Ordens.
Auch Leonard von Leichenstein und Karlmann von Ganis (und Helior von Stolzenfels) ließen es sich nicht nehmen, der Einladung des Fergus von Drachenmoor zum Hoftag zu Drohmoor vom 26. März bis 1. April Folge zu leisten. Hier belehnte Bundesritter Fergus den Hermann von Brelling mit dem Küstengau, den er um das Amt Lohenwacht erweiterte, während er selbst den Gau Drohmoor unter seine direkte Verwaltung stellte. Der neue Gauritter des Küstengaus zeigte sich sehr erfreut in seine Heimat zurückkehren zu können, während einige anwesende Bürger von Brell mit den Zähnen knirschten.
zurück zum ArtikelverzeichnisEine Abordnung von Ratsherren des Stadtrates von Drachenklamm suchte Bischof Konrad von Baerenbach in seinem bischöflichen Palast in Neuenmünster auf. Hier legten sie in einem feierlichen Rahmen erneut den Treueeid der Gesamtheit der Bürger Drachenklamms gegenüber seiner Eminenz ab.
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Aus der Gesellschaft Leitete Furges McGillgain Turney volltrunken? Lohenhöchter Dichterbund ehrt Gauritter Hagen Dombaumeister in Soltane Karlmann bei Suil n'ath Jolaire Frühjahrsmahl in Altenmünster Eröffnung der Jagdsaison in Jochgrimm leer Eiserner Becher angefertigt Ehrendienst in Gralskapelle Kathedrale von Lothing vor Ausbau? Haus der Commilitones bei Drohmoor Bischof schirmt Studentenschaft Dreiszig Ausgaben Drachenklammer Marktklatsch |
War es ein Übermaß des Gerstensaftes oder die blendende Schönheit seiner Verlobten, Gräfin Jasmin von Lindenhain, was zu jenem Geschehen beim Turnier während des Hoftages zu Ganis führte? Ein Augenzeuge berichtete uns den Vorfall mit seinen eigenen Worten in etwa so: "Furges McGillgain rief den Herrn Ullich von Jockkrim zum Sieger aus, obwohl diese Ehre doch Dundörn MaigRaayt gebührte."
Auch nachdem ihm das ungläubige Staunen des Publikums auffiel, wiederholte er seine Feststellung des Sieges durch den Herrn Jochgrimm. Erst im dritten Anlauf erkannte er den Sieg dem Herrn von Waleis, Dundearn MacRayyd, zu.
Der Lohenhöchter Dichterbund überbrachte Hagen vom Loe, dem Schöpfer der sogenannten Bundesballade ("Cantûs unionis") einen Eichenkranz. In der damit verbundenen Laudatio - das ist eine in jenen Kreisen übliche Ehrenrede - wurde hervorgehoben: "Hagen vom Loe habe in einem bewunderswerten schöpferischen Akt ein Meisterwerk arturischer Reim- und Verskunst geschaffen."
Der Lohenhöchter Dichterbund ist ein Zusammenschluß der Barden und Sänger und ihrer Meisterschüler, der von Thies von Kuhfelden initierten und unterhaltenen Dichterakademie in Lohring. Wir haben diese Ehrung zum Anlaß genommen, den Gauritter von Swarzfurt darum zu bitten, uns eine Abschrift seines Verswerkes zur Veröffentlichung zu überlassen. Herr Hagen hat uns diese Erlaubnis erteilt und so sind wir stolz darauf, unseren Lesern exklusiv in dieser Ausgabe eine autorisierte Fassung dieser Bundesballade darbieten zu können (siehe: "Die Bundesballade" auf den Seiten xiii - xiv).
Auf Wunsch des Bundesritters Ulrich von den Arturischen Marken entsandte Bischof Konrad seinen Dombaumeister nach Soltane. Hier beriet er den Herrn Ulrich bei den Planungen und Entwürfen zu einer Kathedrale in Soltane. Es heißt, daß bei diesen Gesprächen auch der Bau einer vom Landesherrn gestifteten Kapelle in dem Dorf Saxsteig Erwähnung gefunden habe.
zurück zum ArtikelverzeichnisIn der vierzehntägigen Fastenzeit vor der Tag- und Nachtgleiche begab sich Karlmann von Ganis in die Eremitage der Suil n'ath Jolaire in den Drachenbergen. Dieser Aufenthalt sei bereits seit längerem geplant gewesen. Zur Tag- und Nachtgleiche selbst hielt sich der Bundesritter in Drachenklamm auf, wo er an dem Hochamt Bischof Konrads zu diesem Anlass teilnahm. Anschließend lud der Bischof den Advocatus zu einem Gespräch in trauter Runde ein, wobei er ihn über die Ergebnisse der Visitation von Ganis unterrichtete. Das Zusammentreffen sei in angenehmer Atmossphäre verlaufen, was vielleicht auch daran lag, daß der Bundesritter sehr entspannt aus den Drachenbergen zurückgekehrt wäre. Auch konnten wir von Karlmann erfahren, daß es der Suil und dem Drachensproß gut ginge.
zurück zum ArtikelverzeichnisMit einem feierlichen Mahl bewirtete Bundesritter Ulrich von den Arturischen Marken Ende März im Dorfe Saxsteig die besten und verwegensten Jäger Drachenbrukks und Seefeldens. Diese waren seinem Aufruf zur Jagd auf die Wolfsrudel, die auch in diesem Winter sich als besondere Plage der Gaue Jochgrimm und Soltane erwiesen hatten, gefolgt. Im Rahmen dieses Jagdfestes wurde vom Bundesritter der Grundstein einer Kapelle gelegt. Diese Kapelle, so war zu erfahren, solle für den Schutzheiligen gegen Wölfe, dem Heiligen Liam, geweiht werden. Dieser war durch die Tat der Elaine O'Doneghue und ihre Predigt auf dem Hoftag in Soltane, auch in diesem Teil Drachenbrukks bekannt geworden.
zurück zum ArtikelverzeichnisIm bischöflichen Palast zu Altenmünster fand gemäß einer Tradition - die bereits Bischof Calixtus begründete - nach dem Hochamt ein festliches Mahl statt. Unter den zahlreichen Gäste seiner Eminenz befanden sich neben den Domherren und -frauen, den Äbten der Drachenklammer Klöster, der Herr Karlmann von Ganis, die Mitglieder des Drachenklammer Stadtrates, Elmar von Hadeduda und weitere Honoratioren der Universität und auch der schwerreiche Handelsherren Widukind Laxstein und auch Äbtissin Herrad von St. Odilie.
Pikanterweise hatte die Tischordnung die ehrwürdige Mutter des Klosters St. Odilie neben den Herrn Karlmann plaziert. Obwohl vom Ansehen ein ungleiches Paar war die Festgesellschaft überrascht, wie gut der Bundesritter, die Äbtissin Herrad, aber auch die übrigen ihn umgebenden Tischdamen zu unterhalten wußte. Die Dame von Hohenburg zeigte sich ihrerseits überrascht über die Weisheit die dem schlichten Kriegergemüt des Herrn von Ganis innewohnte.
Die Gesellschaft währte bis in den lichten Morgen hinein und alle waren voll des Lobes über die großzügige Gastfreundschaft seiner bischöflichen Eminenz des Herrn Konrad von Bärenbach, die an die besten Tage des Herrn Calixtus erinnert hätte.
Einmal mehr bewies Herr Hagen vom Loe auf dem Januarhoftag zu Ganis, daß er mit dem Schwerte mindestens so gut umgehen kann, wie mit der Schreibfeder, wenn nicht sogar besser. So wurde im Turnier das Banner Ganis' zumindest durch den Gauritter von Swarzfurt hochgehalten, da Herr Karlmann von der Sorge um seine Gäste von einer Teilnahme abgehalten wurde.
In einem heldenhaften Kampf gegen den späteren Turniersieger Dundearn von Waleis bewies Hagen vom Loe, daß er ohne weiteres Treffer auch an den empfindlichsten Stellen zu meistern weiß. Später aufkommende Gerüchte Herr Hagen würde nunmehr mit höherer Stimme sprechen, wurden dementiert. Auch wir fanden bei unserem Gespräch mit dem Gauritter alles in alter Ordnung. Die um ihren Gauritter besorgte Dame Feodora von Swarzfurt hat allerdings einen Eisernen Becher als künftigen Schutz in Auftrag gegeben.
Während der Messe seiner Eminenz in der Gralskapelle zeigte sich die Lowländerin Igraine MacIntosh, die mit den anderen Gästen von Ganis nach Dangen gereist war, von der Macht und Würde des Grals derart beeindruckt, daß sie die Hüterin des Grals, Thekla von Hohenfurt, bat einen Ehrendienst zur "Pflege des Grals" in der Gralskapelle verrichten zu dürfen. Bei Abschrift dieses Exemplars war noch nichts über die Entscheidung der Gauritterin von Dangen bekannt.
zurück zum ArtikelverzeichnisDie Dame Alina von Lerchenau, Landesherrin von Logris, schickte Anfang Februar einen Boten zu Bischof Konrad mit der Einladung zu einem Treffen. Gerüchte besagen, die Dame Alina trage sich mit dem Gedanken der Kathedrale von Lothing einen neuen Chor zu stiften. Dieser solle im neuartigen 'gotischen Stil' errichtet werden.
zurück zum ArtikelverzeichnisFergus McKillgain, neuernannter magister castellanus der commilitones draconis, hat Anweisungen gegeben einen Hof nahe Drohmoor in Stand zusetzen und umzubauen. Aus dem Umkreis des Bundesritters von Drachenmoor wurde bekannt, daß er das Haus der Drachenbrukker Ordensgemeinschaft übereignen wolle. Der Hof solle Obdach für 10 Brüder und ihre Ausstattung bieten, sowie für die Beherbergung einer erklecklichen Anzahl von Pilgern ausgerüstet sein.
zurück zum ArtikelverzeichnisKonrad von Baernbach, Bischof von Drachenbrukk, hat ein Haus in Drachenklamm angekauft und es als erste Zuflucht für neuzuziehende Studenten einrichten lassen. Die Wohnstatt kann bequem zehn Lernwillige aufnehmen. Man ist aber in der Lage durch schnell herbeizubringende Strohlager bis zu dreißig weitere Studenten unterbringen, auch wenn daß mit einigen Unbequemlichkeiten verbunden ist.
zurück zum ArtikelverzeichnisMit einem gewissen Neid gratuliert die Redaktion des Drachenbrukker Boten ihren Kollegen vom Drachenklammer Marktklatsch zur 30. Ausgabe ihrer "Zeitschrift". Von einem unter der Hand weitergegebenen Pamphlet mit haltlosen Gerüchten, aber auch wichtigen, geheimen und streng geheimen Nachrichten, hat es sich zu einem halbwegs seriösen Organ der Drachenbrukker Hofberichterstattung entwickelt, dem auch der Drachenbrukker Bote so manche Anregung verdankt. Auch wenn der Bote inzwischen an Umfang und Ausstattung sein Vorbild überholt hat, bleibt der Redaktion des Marktklatsches zweifelsohne das Verdienst, der freien Berichterstattung in Drachenbrukk gegen mannigfaltige Pressionen - auch der Bundesritter - Bahn gebrochen zu haben.
Wir wünschen dem Marktklatsch noch viele erfolgreiche und umfangreiche Ausgaben, denn ihr Kampf für eine freie, undrangsalierte Berichterstattung ist auch unser Kampf. In diesem Sinne mit einem solidarischem Gruß vom Drachenbrukker Bote zum Marktklatsch
F. Fürchtenichts
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Aus der Wirtschaft Kornpreis dramatisch gestiegen |
Die Auswirkungen der Mißernte in Neustrien haben im Winter nun auch Drachenbrukk erreicht (Wir berichteten im DraBo XVI, S. 6). Um die Hungersnot einzudämmen haben die Fürsten und Herren Neustriens und der benachbarten Länder Austrien und Flandrien, Handelsschiffe ausgerüstet, die entlang der Küste des Drachenozeans Getreide aufkaufen sollen.
Diese Schiffe der Nidderlender haben trotz der ungünstigen Witterung verschiedene Häfen der Drachenküste Drachenbrukks angelaufen und im großen Umfang Korn und Getreide aufgekauft. Dabei traten sie in Konkurrenz mit Schiffen toxandrischer und gothischer Händler, die ihrerseits versuchen, aus der Not der Neustrier einen Profit zu ziehen. Einige Händler haben sogar bei den Landesherren der Küstenländer vorgesprochen und versucht deren Vorräte aufzukaufen. In welchem Umfang dies gelang, war von uns nicht zu erfahren.
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Aus Nah' und Fern' Dramatische Entwicklung im Heiligen Land Commilitones beziehen Haus in Greifenkreuz Reichstag zu Xandern Herzogin Sieglindis belehnt neuen Grafen von Rabenfels Manfred von Antiochien erobert die Insel Sikulien |
Durch einen mysteriösen Boten, der im Haus der commilitones draconis an der Shannonroad in Inster Zuflucht fand, wurden schlimme Nachrichten über die Verhältnisse im Heiligen Land bekannt. Genaues war für uns trotz Vorsprache bei Präceptor der Templer in Drachenbrukk, Thomas von Falkenhorst, und dem Komtur für Arturien der commilitones, Ansgar von Wulfheim, nicht zu erfahren. Es scheint jedoch, daß ein unmittelbare Bedrohung von Julianopolis durch die Baphometanbeter gegeben ist. Ritter des Rosenozeans sollen sich nach Schiffsraum in den Häfen der Drachenküste erkundigt haben. Die Zahl der durchreisenden Templer hat sich gleichfalls erhöht, wobei es sich aber meistens um Boten aus dem Heiligen Land zu handeln scheint. Wir werden uns bemühen, auf dem kommenden Hoftag der Drachenlilie in CaerPhyll näheres in Erfahrung zu bringen.
zurück zum ArtikelverzeichnisDer neue Komtur der commilitones draconis für Arturien, Ansgar von Wulfheim, traf mit fünf wohl ausgerüstete Brüdern in Greifenkreuz ein. Die Bevölkerung der Stadt begrüßte das mit Spannung erwartete Kontingent der commilitones mit aufrichtiger Begeisterung. Komtur Ansgar übergab dem Stadtrat sein Beglaubigungsschreiben und ließ sich anschließend in die Räumlichkeiten, Rechte und Pflichten der Stiftung einweisen. Damit haben die commilitones nun endlich auch nördlich der Drachenbrukk ein Standbein erhalten und erweisen einmal mehr, daß sie mehr sein wollen als einer der üblichen Drachenbrukker Klüngelvereine.
zurück zum ArtikelverzeichnisNoch vor dem Abschluß des Reichstages zu Xandern am 17. Aprilis erreichte uns von unserem arturischen Hof- und Reichskorrespondenten ein informativer Vorabbericht der von Eilkurieren rechtzeitig zur Abschrift vorlag.
Xandern, 7. April. - Bereits etliche Tage vor dem feierlichen Eröffnungstermin des Reichstags - dem 1. April - traf König Radowulf mit seinem Hof in Xandern, dem Hauptort des Fürstentums Toxandrien ein. Die Honoratioren der Stadt, aber auch der Herzog von Xandern ließen es sich nicht nehmen, den König feierlich in die Stadt einzuholen. Auch wenn der Fürst von Toxandrien und die übrigen Herzöge, Grafen und Herren des Umlandes erst später eintrafen, begannen sofort mit der Ankunft des Königs die diplomatischen und finanziellen Verhandlungen.
Die Vertreter der Toxandrischen Hanse ließen sich ihre Privilegien bestätigen, ebenso die Söhne des Königs, die von ihrem Vater die Bekräftigung der Reichs-unmittelbarkeit der Grafschaft Habichtsberg erlangten. Noch vor dem eigentlichen Beginn des Hoftages beschäftigte sich der König auch mit einer Fehde zahlreicher Herren und Grafen aus dem Herzogtum Zwetter, die ihm bei seiner Anreise einige Unannehmlichkeiten bereitet zu haben schien.
Mit dem Beginn des Aprils trafen weitere Delegationen aus verschiedenen Gegenden des Reiches ein, insbesondere seien hier für die Drachenbrukker Leserschaft Abordnungen des Fürsten von Seefelden und der Herzogin von Schwanensee erwähnt. Aber auch die Unterhändler Drachenbrukks Bundesritter Thies von Lohring und Gauritter Marc von Erlenau kamen wohlbehalten in Xandern an.
Beherrscht wurde dieser Hoftag allerdings von Naitalischen Geschäften. Mit dem König waren Abgesandte einiger naitalischer Städte - Patavia in Lampartien, Mirano in Astanien, Berna und Laone in der Berner Mark (um nur die bekanntesten zu nennen - nach Xandern gekommen, die schon in Hohenfurth mit König Radowulf verhandelt hatten. So scheint auch das eigentliche Anliegen des Königs ein Naitalienzug zu sein, obwohl er bekanntlich erst eines der vier Kaiseropfer - bekanntlich das Drachenopfer bei Drachenklamm für Katla dem Schirmer der arturischen Südgrenze - dargebracht hat zu sein. Es ist hier in Xandern ein offenes Geheimnis, daß König Radowulf den arturischen Herrbann zu Anfang September nachs Pippinsburg an der Albis in den Westmarken zusammenrufen will, um noch vor dem Wintereinbruch, daß Lampartische Gebirge überqueren zu können.
Trotz der betrüblichen Nachrichten aus dem Heiligen Land, die das Gemüt des Königs sichtlich niederdrückten, glaubt niemand ernstlich, daß der arturische Herrscher von seinen Plänen abrücken wird, sondern die Ostermesse für die Einberufung des Heerbannes benutzen wird, da er die Ritter Arturiens gegen die Mutter der Tunkerhäresie in Ostnaitalia, die Frascatische Stadt Florente und ihre Verbündeten führen will. Ob er auch diesen Kämpfern für die Oikumene den Lohn der Götter versprechen darf, ist im Moment noch ungewiss.
Nach dem Ende des Hoftages werde ich mit der Drachenbrukker Abordnung einen vollständigen Bericht für die Leser des Boten mitsenden.
Im Rahmen des Frühjahrsgerichts Ende März auf Burg Hohensee in der Grafschaft Hohensee erklärte Herzogin Sieglindis die Grafschaft Rabenfels für versessen, da Graf Thorvaldur sich über Jahr und Ta g nicht um sein Lehen gekümmert hätte; und sogar die Bundesritter der Drachenlilie ordnend in Rabenhaven hätten eingreifen müßten, wofür sie insbesondere Herrn Hermann von Norgals Dank zuerkannte. Die Herzogin belehnte anschließend Gerold von Harden mit der Grafschaft Rabenberg, Rabenhaven und allem, was dazu gehört. Diese Belehnung rief allgemeines Erstaunen unter den auswärtigen Beobachter hervor, da eigentlich Heinrich von Drachenekk - ein Ministerialer der Herzogin - als neuer Herr in Rabenhaven erwartet worden war. Es scheint, daß die Herren und Damen des Herzogtums ihren Unmut darüber geäußert haben, daß ein Unfreier mit Grafengewalt ausgestattet werden sollte und die Herzogin hat diesem Unmut nachgegeben.
Man erwartet nun, daß die Norgals'schen und Waleis'schen Kontigente - vielleicht noch vor den Feiertagen der Ostera - aus Rabenhaven in ihrer Heimatdörfer zurückkehren können. Ob sich Hermann von Norgals zur Übergabe der Rabenhavener Burg nach Rabenfels begeben wollte, war bei Niederschrift noch offen.
Die spärlichen Informationen, die uns vom jenseitigen Gestade des naitalischen Meeres erreichen, lassen es als sicher erscheinen, daß das gewagte Unternehmen Manfred, des Sohnes des Fürsten Friedrich von Antiochien, zumindest teilweise erfolgreich war. Erinnern wir uns: Fürst Friedrich hatte (wann?) eine Flotte ausgerüstet (z.T. unter Einschluß williger Kreuzfahrer). Aber anstatt sich, wie die Gläubigen der Oikumene hofften, gegen den Ketzerfürsten Robert in Trapezunt zu ziehen, lenkte der Antiochier die Flotte zunächst gen Venezig, daß den Schiffen zur Durchfahrt durch die lykischen(?) Insel verhalf. Von hier wandte man sich von den oikumenischen Städten geleitet und geschirmt, zunächst gegen die Küsten Valpolias. Hier gelang es Manfred mit dem Hafen Neapolis einen festen Platz im Herzen des Stammlandes Roberts zu gewinnen. Von hier aus setzte das Heer, dann nach der Insel Sikulien über, von wo rechtgläubige Herren Manfred gerufen hatten, damit er ihnen behilflich sei, daß götterlästerliche Joch des Tunkererkönigs abzustreifen. So zwang der Fürstensohn den Tunkerkönig Trapezunt - in der Obhut seines Sohnes Karls - zurückzulassen, um die Verteidigung seines Stammlandes zu organisieren. So kam es, daß in dem Maße, wie Manfred Gewalt über Sikulien gewann, sich der Widerstand in Valpolia versteifte. Inzwischen soll nur noch der Hafen Neapolis in der Hand des Antichochiers sein. Wir hoffen, daß sich Manfred möglichst lange dem Erztunkerer Robert gewachsen zeigen wird, denn so wächst auch die Hoffnung, daß auch die niedergedrückten Gläubigen Trapezunts wieder in den Schoß der einzigen heiligen, oikumenischen Mutter Kirche zurückkehren können.
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