ALINA VON LERCHENAU, HERRIN ZU LOGRIS
Geboren wurde sie am 27. Juli im Jahr 821 der arturischen Kaiseraera (im 47. Jahr
des Bundes) als älteste Tochter von Irmgard von Uetrecht, einer Edeldame aus Flandrien und
Eberhard, Graf von Lerchenau. Sie wuchs mit ihren Geschwistern Roger von Lerchenau (03.01.822) und Guta von Lerchenau
(10.03.825) am elterlichen Hof auf.
Mit 9 Jahren wurde sie zur Erziehung an den Hof des Herzogs von Stierheim gesandt. Sie wurde dort in den höfischen Gepflogenheiten unterrichtet.
Mit 13 Jahren kehrte sie zurück nach Lerchenau, da sie die Intrigen und Machtkämpfe am herzoglichen Hof nicht mehr erleben wollte. Sie ging dann bald auf die Klosterschule im Kloster des heiligen Wilhelm. Sie lernte dort Lesen und Schreiben und fand besonderes Interesse an der arturischen Philosophie, an Reiseberichten aus fremden Ländern und der Kräuterheilkunde. Sie widmete sich neben ihren Studien im Besonderen dem Hospitaldienst.
Da das Kloster nicht weit von der heimischen Burg entfernt lag, bestand bald wieder ein enges Verhältnis zu ihren Eltern.
Im Kloster wurde Dora von Hoya bald zu ihrer besten Freundin, mit welcher sie ebenfalls eine entfernte verwandtschaftliche Beziehung verband.
Als sie 20 Jahre alt war, vereinbarte der Herzog Tassilo von Stierheim eine ungewöhnlich späte Heirat mit dem Grafen von
Berlen. Dieser hatte zuvor dem Herzog bei einer Auseinandersetzung das Leben gerettet und der Herzog hatte ihm dafür die
Erfüllung eines Wunsches versprochen. Der Graf von Berlen hatte schon vor langer Zeit, als Alina noch am Hofe von Stierheim
weilte, durch ihren Anmut und Liebreiz sein Herz verloren. Er sprach also den Wunsch aus, sie zur Frau zu nehmen. Der
Herzog, in freigiebiger Laune, bot dem Grafen die Ausrichtung seiner Hochzeit am Hofe zu Stierheim an. So wurde mit ihren
Eltern ein Hochzeitstermin im Juni des Jahres 68 dB vereinbart und ein Bote geschickt, die Dame Alina von der geplanten
Hochzeit zu unterrichten und nach Stierheim zu geleiten.
Alina reiste also in Begleitung ihrer Freundin Dora mit dem Boten ab. Als sie auf dem Wege jedoch erfuhr, dass der ihr
zugedachte Mann schon sehr fortgeschrittenen Alters war, erbat sie, beim elterlichen Hofe Halt zu machen, angeblich, um
noch einige Dinge mitzunehmen. Dort angekommen, versuchte sie empört, ihren Vater zu überreden, die Hochzeit zu unterbinden.
Sie hatte sich eine klösterliche Laufbahn vorgestellt und wollte die Verpflichtung nicht eingehen, besonders weil der Graf
von Berlen schon ein alter Mann war. Ihr Vater aber konnte aufgrund seiner politischen Situation dem Herzog schwerlich
opponieren und schlug ihr vor, nach Drachenbrukk zu einem Freund ihrer Familie zu fliehen. Ihr Vater zögerte ihre Abreise
ein wenig hinaus und plante derweil ihre Flucht. Dora hatte sich entschieden, ebenfalls mit nach Drachenbrukk zu kommen
und so flohen beide mit kleinem Gefolge eines Nachts im Juni über die Grenze in das Gut Logris.
Sie kamen beim Herren Melior von Logris am Hofe zu Logris unter.
Auf dem nächsten Hoftag am 1. bis 3. Juli 68 dB auf Burg Drachenstein (jetzt Greifenstein), bei dem Alina im Gefolge des
Meliors anreiste, kam es dann jedoch zu Auseinandersetzungen mit dem ebenfalls geladenen Herzog von Stierheim. Dieser
versuchte schon seit längerem sich in die Politik von Drachenbrukk einzumischen und es war schon im Vorfeld des Hoftages
zu Spannungen gekommen. Zudem war er erzürnt über Alinas Flucht und seine dadurch entstandene Blamage am Hofe. Er verlangte,
dass Alina ihn wieder nach Arturien zurück begleite. Der edle Praeceptor Helior von Stolzenfels, in seiner ritterlichen
Pflicht gefordert, setzte sich für ihr Bleiben in Logris ein. Der Hoftag gipfelte in einem Eklat und letztlich reiste der
Herzog hoch verstimmt und beleidigt ab.
Nachdem die Angelegenheit geklärt war, sicherte Melior Alina das Bleiberecht auf seiner Burg Lothing öffentlich zu. Alina
lebte sich schnell in die Drachenbrukker Gesellschaft ein und war von nun an im Gefolge des Meliors zu allen Festen geladen.
Als am Ende des Jahres 68 dB der Handelskrieg zwischen Seefelden und Inster ausbrach, involvierten sich einige Bundesritter
darunter auch Melior und sein getreuer Gauritter Gunther von Lothing. So übernahm Alina zunächst dessen Verpflichtungen im
Gau Lothing. Im Laufe des folgenden Jahres bewies Alina großes Geschick in der Bewältigung der ihr übertragenen Aufgaben.
Besonders die Verteidigung von Lothing im August und September 69 dB gegen den Herzog von Stierheim brachte ihr große
Anerkennung beim Volk ein. Melior und sein Gauritter Gunther überlebten beide nicht den Krieg, so dass das Land Logris
nunmehr von Alina kommissarisch verwaltet wurde. Nach dem fürchterlichen Wüten des Krieges brachte sie all ihre Kraft auf,
um das Land wieder aufzubauen. Ihre Loyalität wurde durch ihre Ernennung zur Bundesritterin in Logris am 3. März des Jahres
70 bestätigt.